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Donnerstag, 31. August 2006
 

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Monika Griefahn: „Kultur braucht eine Lobby“
Abgeordnete zu Gast beim runden Tisch mit Lüneburger Kunst- und Kulturschaffenden

Regina und Gerd Weißmann von den Friedensgruppen Nordheide übergeben zusammen mit Monika Griefahn 1000 Unterschriften gegen einen Krieg im Irak an Bundeskanzler Schröder.
Monika Griefahn diskutierte mit Lüneburger Kulturschaffenden
aus verschiedenen Sparten über den Stellenwert von Kultur.

Der Lüneburger Friedrich von Mansberg ist Sänger und von daher liegt ihm die Kunst am Herzen. So lud er Lüneburger Kulturschaffende am 31. August zu einem runden Tisch ein, um bei Wein und Käse über Probleme der Szene zu sprechen. Monika Griefahn, kultur- und medienpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Bundestag, berichtete vom Stand der Diskussionen, von bundespolitischen Zielen und stand in der Diskussion Rede und Antwort.

Sie betonte insbesondere, dass die SPD Kultur als Lebensmittel bezeichne – als ein Grundbedürfnis der Menschen. Anschaulich berichtete sie von der Wiedereröffnung des Goethe-Instituts in Afghanistan, wo Musiker, die unter dem Taliban-Regime nicht musizieren durften, ihre versteckten Instrumente aus der Erde ausgegraben hatten und wieder spielten.

Der Bereich Kultur sei aber in weiten Teilen Sache der Länder- und Kommunen, so dass auf die Finanzierung zum Beispiel von Theatern, nur wenig Einfluss genommen werden könne. „Wir müssen eine Lobby schaffen, damit der Bereich in den Ländern nicht mehr weiter unter den Tisch fällt“, forderte sie Engagement von den Kunstschaffenden.

In der Diskussion wurden etliche Themen angerissen – und offenbarten gesamtgesellschaftliche Probleme. Wenn immer mehr Künstlern Verträge mit extrem niedrigen Gehältern oder Honoraren geboten würden, trauten sich immer weniger, eine Familie zu gründen, meinte Friedrich von Mansberg. Auch dass im Zuge von PISA viele Schulen nur noch Wert auf die Kernfächer legten und Musik teilweise gar nicht mehr unterrichtet wird, habe Auswirkungen auf die Kulturkompetenz der nachfolgenden Generation.

Welche Folgen der Konsum bestimmter Fernsehsendungen haben kann, ob Künstler mehr und mehr nur noch auf die Rolle von Kunstpädagogen reduziert werden, für welches Publikum Kunst gemacht werden sollte – allein die Anzahl der verschiedenen Themen war ein deutliches Indiz dafür, dass Kultur nicht als ein Randthema der Politik behandelt werden sollte. Monika Griefahn forderte die Kulturschaffenden ausdrücklich auf, nicht gegeneinander zu arbeiten, sondern sich mit andern Initiativen und Verbänden zusammenzuschließen und ihre Anliegen nachdrücklich zu formulieren – beim Land, bei der Kommune und beim Bund.