Was der Todtglüsinger SV mit der kontinuierlichen Arbeit zahlreicher Hände auf die Beine stellen konnte, davon überzeugte sich Monika Griefahn im Rahmen ihrer Sommertour. Der 2. Vorsitzende Eike Holtzhauer präsentierte der Abgeordneten, was der Verein am Baggersee Todtglüsingen bereits alles verwirklicht hat und noch verwirklichen will - vom Hundestrand bis zur Strohrutsche. Als Griefahn dann noch mit Vertretern des Vereins in der Hütte am See zusammensaß, ging es auch um zahlreiche andere Dinge.
Besonders interessierte sich die Politikerin für das Integrationslotsenprojekt, für das der Todtglüsinger SV bereits auf europäischer und bundespolitischer Ebene ausgezeichnet wurde. Der Integrationsbeauftragte des TSV, Frank Zeidler, informierte über das Projekt. Der Verein habe 4600 Mitglieder, 500 davon hätten einen Migrationshintergrund. Damit, dass man sich gezielt um Integrationsarbeit habe kümmern wollen, sollte die Akzeptanz für die Gruppe der Migranten in der Gemeinde erhöht werden. Der Verein hoffe auch, für die Zuwanderer, die wenig Anlaufmöglichkeiten im ländlichen Raum hätten, ein interessantes Angebot bereitzustellen und Einfluss auf Probleme mit Alkohol und Gewalt nehmen zu können. So sei Integration für die Aktiven des Vereins ein Schritt zu mehr sozialem Engagement.
Um mehr Verständnis für Reaktionen und Handlungsweisen der Migranten zu entwickeln, bildet der Verein Integrationslotsen aus. Sie erhalten eine interkulturelle Ausbildung und entwickeln während der Ausbildung auch eigenständige Projekte. In ihrer Arbeit im Verein, zum Beispiel als Übungsleiter, können sie ihre Kenntnisse umsetzen. Es hilft, mit einzelnen, kritischen Situationen umzugehen, aber auch, Angebote zu machen, die bei Migranten auf Interesse stoßen.
Monika Griefahn, die im Bundestag im Bereich der internationalen Kulturpolitik tätig ist, hält ein gutes Wissen über die Kulturen anderer für eine notwendige Basis für ein gutes Zusammenleben. Sie selbst hat in ihrem Tätigkeitsfeld zum Beispiel an der Erarbeitung eines deutsch-französischen Geschichtsbuch mitgearbeitet. Den Ansatz des Todtglüsinger SV konnte sie also nur unterstützen.
Eike Holtzhauer, 2. Vorsitzender des Todtglüsinger SV und Monika Griefahn.
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Leider, so erfuhr sie, ist es überaus mühsam, für neue Projekte oder all die bestehenden Aktivitäten - vom Fußball für Jugendliche aus der ehemaligen Sowjetunion bis hin zu Veranstaltungen speziell für Frauen - an Fördermittel zu gelangen. Der Vorsitzende Holtzhauer erläuterte, dass Geld zu wenig für die Basis ausgegeben werde und statt dessen in Verwaltungen fließt. Besonders wurmte ihn die Ablehnung eines Förderantrages der Samtgemeinde Tostedt mit einem umfassenden Handlungskonzept.
Monika Griefahn, die erst nach der Ablehnung durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge auf dem Bürgerfest in Tostedt im Juni von dem Antrag erfahren hatte, versprach, sich noch einmal an Maria Böhmer, die Staatsministerin im Bundeskanzleramt und Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration zu wenden und die Gründe der Ablehnung zu hinterfragen. Schon beim Bürgerfest hatte sie gesagt, dass sie gerne versuchen wolle zu helfen, es aber einfacher sei, Dinge zu forcieren, wenn sie noch nicht abschlägig beschieden worden seien. Sie ermunterte daher die Verantwortlichen, sich zukünftig frühzeitig an sie zu wenden. Wo es möglich sei, würde sie gerne tätig werden.
Ihr Fazit auf dem Heimweg vom Todtglüsinger SV: „Es ist toll, so viele engagierte Menschen zu treffen, die viel anpacken und ihre Gemeinde mit gestalten.“