Ein paar 100 Besucher kamen zur Veranstaltung der
Gruppe gegen Gewalt und Fremdenfeindlichkeit.
Bericht in den Harburger Anzeigen und Nachrichten
vom 14.09.2001
Von Claudia Michaelis
Buchholz. So wie Elke Cherian von der Deutsch-Indischen
Gesellschaft in Winsen dachten alle, die am Sonnabend in die Buchholzer
Schützenhalle gekommen waren: "Gerade jetzt, nach den Ereignissen
in den USA ist diese Veranstaltung umso wichtiger." Während überall
im Kreisgebiet Feste und Termine abgesagt worden waren, fand sich
der Aktionskreis "Gesicht zeigen! im Landkreis Harburg' wie geplant
zu seiner großen Auftaktveranstaltung In der Nordheidestadt zusammen.
Zwar herrschte nicht gerade Riesenandrang in der
Halle, aber einige 100 Besucher zog die erste große öffentliche
Veranstaltung des Bündnisses gegen Gewalt und Fremdenfeindlichkeit
im Laufe des Nachmittags an. Während sich viele Besucher an den
Ständen der 29 Vereine und Gruppen informierten, die der Arbeitskreis
zum "Markt der Möglichkeiten eingeladen hatte, fanden sich zwischen
den parallel stattfindenden Talk-Runden Vertreter verschiedenster
Verbände und Gruppierungen immer wieder zum nachdenklichen Gedankenaustausch
zusammen.
Mit einer Schweigeminute hatte der Aktionskreis
zu Beginn der Veranstaltung der Opfer des Terrorangriffs gedacht.
Landrat Jens-Rainer Ahrens, die Buchholzer SPD-Bundestagsabgeordnete
Monika Griefahn als Initiatorin von "Gesicht zeigen' und alle anderen
Redner schlugen immer wieder den Bogen vorn Anliegen des Arbeitskreises
hin zur Situation nach den Geschehnissen in den USA: "Wir müssenden
Horizont erweitern und den Kampf gegen Rechts und Ausländerfeindlichkeit
ausweiten auf alle Formen des Radikalismus, egal aus welcher Quelle
er sich speist", sagte Ahrens.
Trauer über die vielen Opfer herrschte auch am
Stand der Frauen aus Jesteburg, die die Besucher der Auftaktveranstaltung
mit libanesischen Spezialitäten verwöhnten. Mariam Wehbi, die vor
22 Jahren aus dem Libanon in den Landkreis gekommen war, brachte
am Ende die Hoffnung aller Teilnehmer am Auftakt von Gesicht zeigen"
auf einen Nenner: "Jetzt ist es wichtig, dass die Leute zusammenhalten
und die Nationalitäten nicht gegeneinander ausgespielt werden".