Eines der wichtigsten zukünftigen Verkehrsinfrastrukturprojekte
im Landkreis Harburg ist der Bau eines 3. Gleises zwischen Stelle
und Lüneburg. Seit ihrer Wahl in den Deutschen Bundestag im September
1998 setzt sich die SPD-Bundestagsabgeordnete Monika Griefahn engagiert
für das 3. Gleis ein.
I. Das Verkehrsprojekt "Bau eines 3. Gleises
zwischen Stelle und Lüneburg"
Es geht um die Eisenbahnstrecke zwischen Hamburg
Hbf. und Hannover und konkret um den Bau eines 3. Gleises in der
Relation zwischen Stelle und Lüneburg.
Die einzelnen Stationen der Strecke sind: HH Hbf.,
Hamburg-Harburg (Halt teilw. ICE/IC/IR/RE/SE), Meckelfeld (SE),
Maschen (SE), Stelle (SE), Ashausen (SE), das Mittelzentrum Winsen/Luhe
(SE/RE/teilw. IR), Radbruch (SE), Bardowick (SE) und das Oberzentrum
Lüneburg (IR/RE/SE). In der Relation zwischen Hamburg-Harburg und
Stelle ist die Strecke bereits dreigleisig ausgebaut.
Der Bau eines dritten Gleises zwischen Stelle und
Lüneburg wird im Rahmen des Regionalen Entwicklungskonzepts für
die Metropolregion Hamburg (REK) als eines der vier wichtigsten
Schienenverkehrsprojekte in der Region genannt. [Regionales Entwicklungskonzept
für die Metropolregion Hamburg, Entwurf eines Handlungsrahmens,
Werkstattbericht der Lenkungsgruppe, Hamburg/Hannover/Kiel 1996,
S. 39] Das REK ist Ergebnis der Gemeinsamen Landesplanung der Länder
Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen für die gesamte Region.
II. Die Notwendigkeit des Baus des 3. Gleises
zwischen Stelle und Lüneburg aus der Sicht des Fernverkehrs
Die Eisenbahnstrecke Hamburg-Hannover gehört zu
den meistbefahrenen Eisenbahnstrecken im Bundesgebiet. Neben der
Strecke Hamburg-Bremen handelt es sich um eine der wichtigsten Verkehrsverbindungen
in Nord-Süd-Richtung. Die zunehmende Integration Skandinaviens in
die EU wird zu einem weiter steigenden Verkehrsaufkommen führen.
Die Kapazitätsgrenze der Strecke Hamburg-Hannover
ist seit langem erreicht. Verspätungen, Warten auf Überholung, Schwierigkeiten
bei der Fahrplanerstellung sind an der Tagesordnung.
Hinzu kommen steigende Verkehre in West-Ost-Richtung,
insbesondere von und nach Berlin. Für den Bahnverkehr von Hamburg
nach Berlin werden zwei Trassen genutzt:
- eine nördliche Trasse über Büchen (Schleswig-Holstein), die
im Rahmen des Verkehrsprojekts Deutsche Einheit Nr. 2 ausgebaut
wird, [vgl. Fünfjahresplan für den Ausbau der Schienenwege des
Bundes in den Jahren 1998 bis 2002, S. 5 und Anhang Tabelle
S. 1] und
- eine südliche, die auch den hier in Rede stehenden Abschnitt
von Hamburg-Harburg über Stelle und Lüneburg bis nach Uelzen
umfaßt. Der anschließende Abschnitt, die Strecke zwischen Uelzen
und Stendal, wird derzeit im Rahmen des Verkehrsprojekts Deutsche
Einheit Nr. 3 ertüchtigt [vgl. Fünfjahresplan a.a.O.; zum Baufortschritt
vgl. auch Bericht zum Ausbau der Schienenwege 1998, BT Drs.
Nr. 13/11468, S. 41] und bildet dann eine "Spange" zwischen
schon bestehenden Trassen.
Derzeit ist noch offen, ob die wiederertüchtigte
Strecke Uelzen-Stendal vorwiegend dem Güterfernverkehr dienen wird
oder auch daneben in nennenswertem Umfang Personenfernverkehr von
und nach Berlin aufnehmen kann und soll. Ein vollständiger zweigleisiger
Ausbau dieser Strecke soll in drei zeitlich versetzten Stufen bis
ca. 2004 erfolgen und ist im Bundesverkehrswegeplan als vordringlicher
Bedarf enthalten bzw. ist schon laufendes Vorhaben. [vgl. auch Regionales
Entwicklungskonzept für die Metropolregion Hamburg, Entwurf eines
Handlungsrahmens, Arbeitsgruppenberichte und Materialien, Abschlußbericht
der Arbeitsgruppe 5 "Verkehr", S. 7] Der Ausbau der Strecke Uelzen-Stendal
wird zwangsläufig steigende Verkehre auf der Strecke Hamburg-Uelzen
zur Folge haben und damit den Nahverkehr in noch größere Bedrängnis
bringen, wenn nicht das 3. Gleis kommt.