Zukunftsmusik: HVV-Tarif
im Lkr. Harburg
Bereits heute werden Zeitfahrkarten in den HVV-Bereich
vom Landkreis Harburg subventioniert. Auch fahren subventioniert
einige HVV-Buslinien im Landkreis, vor allem in Seevetal. In Zukunft
muss geprüft werden, ob das Gebiet des HVV bis in den Lkr. Harburg
und darüber hinaus ausgeweitet werden kann. Hier spielen vor allem
die zu erwartenden dauerhaften Kosten in Millionenhöhe eine Rolle.
Ein erster Schritt wäre ein HVV-Tarif auch für Bahn-Einzelfahrscheine
auf den Strecken Hamburg - Tostedt und Hamburg - Winsen - Lüneburg.
Der öffentliche Nahverkehr und der SPNV müssen auch aus Umweltgesichtspunkten
ein attraktiveres Angebot vor allem für die vielen Pendler sein.
Die Y-Trasse
Kaum ein Verkehrsprojekt in der Vergangenheit
erzeugte soviel Unruhe in der Bevölkerung wie die Y-Trasse. Dabei
ist die Verwirklichung der Y-Trasse zur Zeit eher unwahrscheinlich,
weil dem Bund und der Bahn schlichtweg das Geld fehlen.
1. Die Vorgeschichte
Seit 1992 ist die Y-Trasse mit der offiziellen
Bezeichnung "Ausbaustrecke / Neubaustrecke Hamburg / Bremen-Hannover"
im Vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans enthalten.
Dies beschloss die alte CDU/CSU/FDP-Bundesregierung ebenso wie das
Schienenwegeausbaugesetz von 1993.
2. Drei Varianten waren im Raumordnungsverfahren
Im Raumordnungsverfahren wurden mehrere Suchkorridore
gebildet. Die Y-Trasse führt von Hannover aus entweder nordwestlich
Richtung Bremen und wird dann im Landkreis Soltau-Fallingbostel
(Nähe Rotenburg, Variante 1) oder im Landkreis Harburg (Nähe Tostedt,
Variante 2) an die bestehende Bundesbahnstrecke Hamburg-Bremen angebunden,
oder sie führt nördlich entlang der A 7 und wird dann im Bereich
Winsen/Ashausen an die Strecke Hamburg-Harburg - Winsen/Luhe - Lüneburg
angebunden (Variante 3).
3. Untervarianten
Die Bezirksregierung prüfte pflichtgemäß verschiedene
Untervarianten zur Variante Nr. 1 (Wedemark und A 27 / Verden) und
zur Variante Nr. 3 (Trasse durch den Buchwedel oder Trasse bei Ohlendorf
neben der ursprünglichen Variante mit der Einfädelung bei Ashausen).
4. Die Meinung der Bahn, das Ergebnis des Raumordnungsverfahrens
und die Kosten
Die Bahn AG spielt bei der Frage, ob die Y-Trasse
gebaut wird, eine entscheidende Rolle. Nur wenn die Bahn von der
Wirtschaftlichkeit der Y-Trasse überzeugt ist, wird die Trasse auch
gebaut.
Angesichts
finanzieller Probleme der Bahn erscheint der Bau der Y-Trasse mehr
und mehr fraglich. Die DB AG bevorzugte schon früh die Variante
1. Das Votum der DB AG konnte sich auf Umwelt-, Kosten- und sonstige
Gesichtspunkte stützen. Die Variante 3 (A 7-Trasse) war wegen der
hohen Kosten (geschätzte 4,15 Mrd. DM gegenüber 2,51 Mrd. DM bei
Variante 1 und 2,83 Mrd. DM bei Variante 2) und wegen der weitaus
stärksten Umweltbeeinträchtigungen schon sehr früh ziemlich chancenlos.
Gleichwohl untersuchte die Bezirksregierung Lüneburg in dem am 9.
Juni 1999 eingeleiteten und mittlerweile abgeschlossenen Raumordnungsverfahren
alle drei Trassenvarianten. Die Kommunen und andere Träger öffentlicher
Belange wurden angehört und wurden bei der Erörterung der neuen
Untervarianten erneut beteiligt.
5. Wie geht es weiter mit der Y-Trasse?
Das Raumordnungsverfahren wurde von der Bezirksregierung
Lüneburg mit einer konkreten Empfehlung für die Trassenvariante
1 beendet. Es könnten jetzt theoretisch das Planfeststellungsverfahren
(ca. 3 Jahre) und anschließend die reine Bauzeit (ca. 5 Jahre) folgen.
Ob und wann die Bahn das Planfeststellungsverfahren beantragt, ist
nicht absehbar. Derzeit wird auch der Bundesverkehrswegeplan überarbeitet,
und ein Ergebnis vor 2003 ist nicht absehbar. Das größte Fragezeichen
klafft aber hinter der Finanzierung der Y-Trasse. Die Trasse kostet
mindestens 2,5 Milliarden DM. Die alte Bundesregierung hat einen
Bundesverkehrswegeplan hinterlassen, der mit rund 100 Milliarden
DM unterfinanziert ist. Viele baureife Projekte können deshalb gar
nicht gebaut werden.
Der tatsächliche Bau der Y-Trasse erscheint daher
also mehr als fraglich. Falls aber die Y-Trasse dennoch in der Prioritätensetzung
der Bahn Vorrang erhält, werden alle SPD-Gremien und Abgeordnete
sich für Lärmschutz auch an den bestehenden Strecken einsetzen!