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Verkehrspolitik für den Landkreis Harburg
Freitag, 28. September 2001
 

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Verkehrspolitik für den Landkreis Harburg im Überblick

Zukunftsmusik: HVV-Tarif im Lkr. Harburg

Bereits heute werden Zeitfahrkarten in den HVV-Bereich vom Landkreis Harburg subventioniert. Auch fahren subventioniert einige HVV-Buslinien im Landkreis, vor allem in Seevetal. In Zukunft muss geprüft werden, ob das Gebiet des HVV bis in den Lkr. Harburg und darüber hinaus ausgeweitet werden kann. Hier spielen vor allem die zu erwartenden dauerhaften Kosten in Millionenhöhe eine Rolle. Ein erster Schritt wäre ein HVV-Tarif auch für Bahn-Einzelfahrscheine auf den Strecken Hamburg - Tostedt und Hamburg - Winsen - Lüneburg. Der öffentliche Nahverkehr und der SPNV müssen auch aus Umweltgesichtspunkten ein attraktiveres Angebot vor allem für die vielen Pendler sein.

Die Y-Trasse

Kaum ein Verkehrsprojekt in der Vergangenheit erzeugte soviel Unruhe in der Bevölkerung wie die Y-Trasse. Dabei ist die Verwirklichung der Y-Trasse zur Zeit eher unwahrscheinlich, weil dem Bund und der Bahn schlichtweg das Geld fehlen.

1. Die Vorgeschichte

Seit 1992 ist die Y-Trasse mit der offiziellen Bezeichnung "Ausbaustrecke / Neubaustrecke Hamburg / Bremen-Hannover" im Vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans enthalten. Dies beschloss die alte CDU/CSU/FDP-Bundesregierung ebenso wie das Schienenwegeausbaugesetz von 1993.

2. Drei Varianten waren im Raumordnungsverfahren

Im Raumordnungsverfahren wurden mehrere Suchkorridore gebildet. Die Y-Trasse führt von Hannover aus entweder nordwestlich Richtung Bremen und wird dann im Landkreis Soltau-Fallingbostel (Nähe Rotenburg, Variante 1) oder im Landkreis Harburg (Nähe Tostedt, Variante 2) an die bestehende Bundesbahnstrecke Hamburg-Bremen angebunden, oder sie führt nördlich entlang der A 7 und wird dann im Bereich Winsen/Ashausen an die Strecke Hamburg-Harburg - Winsen/Luhe - Lüneburg angebunden (Variante 3).

3. Untervarianten

Die Bezirksregierung prüfte pflichtgemäß verschiedene Untervarianten zur Variante Nr. 1 (Wedemark und A 27 / Verden) und zur Variante Nr. 3 (Trasse durch den Buchwedel oder Trasse bei Ohlendorf neben der ursprünglichen Variante mit der Einfädelung bei Ashausen).

4. Die Meinung der Bahn, das Ergebnis des Raumordnungsverfahrens und die Kosten

Die Bahn AG spielt bei der Frage, ob die Y-Trasse gebaut wird, eine entscheidende Rolle. Nur wenn die Bahn von der Wirtschaftlichkeit der Y-Trasse überzeugt ist, wird die Trasse auch gebaut. Angesichts finanzieller Probleme der Bahn erscheint der Bau der Y-Trasse mehr und mehr fraglich. Die DB AG bevorzugte schon früh die Variante 1. Das Votum der DB AG konnte sich auf Umwelt-, Kosten- und sonstige Gesichtspunkte stützen. Die Variante 3 (A 7-Trasse) war wegen der hohen Kosten (geschätzte 4,15 Mrd. DM gegenüber 2,51 Mrd. DM bei Variante 1 und 2,83 Mrd. DM bei Variante 2) und wegen der weitaus stärksten Umweltbeeinträchtigungen schon sehr früh ziemlich chancenlos. Gleichwohl untersuchte die Bezirksregierung Lüneburg in dem am 9. Juni 1999 eingeleiteten und mittlerweile abgeschlossenen Raumordnungsverfahren alle drei Trassenvarianten. Die Kommunen und andere Träger öffentlicher Belange wurden angehört und wurden bei der Erörterung der neuen Untervarianten erneut beteiligt.

5. Wie geht es weiter mit der Y-Trasse?

Das Raumordnungsverfahren wurde von der Bezirksregierung Lüneburg mit einer konkreten Empfehlung für die Trassenvariante 1 beendet. Es könnten jetzt theoretisch das Planfeststellungsverfahren (ca. 3 Jahre) und anschließend die reine Bauzeit (ca. 5 Jahre) folgen. Ob und wann die Bahn das Planfeststellungsverfahren beantragt, ist nicht absehbar. Derzeit wird auch der Bundesverkehrswegeplan überarbeitet, und ein Ergebnis vor 2003 ist nicht absehbar. Das größte Fragezeichen klafft aber hinter der Finanzierung der Y-Trasse. Die Trasse kostet mindestens 2,5 Milliarden DM. Die alte Bundesregierung hat einen Bundesverkehrswegeplan hinterlassen, der mit rund 100 Milliarden DM unterfinanziert ist. Viele baureife Projekte können deshalb gar nicht gebaut werden.

Der tatsächliche Bau der Y-Trasse erscheint daher also mehr als fraglich. Falls aber die Y-Trasse dennoch in der Prioritätensetzung der Bahn Vorrang erhält, werden alle SPD-Gremien und Abgeordnete sich für Lärmschutz auch an den bestehenden Strecken einsetzen!