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Monika Griefahn erhält den B.A.U.M.-Umweltpreis 2014

Vom Blog-Team

Verleihung B.A.U.M.-Umweltpreis 2014

Zusammen mit Aida-Präsident Michael Ungerer hat Monika Griefahn jetzt den B.A.U.M.-Umweltpreis 2014 in der Kategorie „Großunternehmen“ erhalten. Monika Griefahn nimmt für das Kreuzfahrtunternehmen die Funktion Direktorin für Umwelt und Gesellschaft wahr.

„Mit unserem Preis zeichnen wir diejenigen aus, die den Spagat zwischen Ökonomie und Ökologie meistern. Sie schlagen dank ihres Engagements eine heute immer tragfähigere Brücke zwischen Umwelt und Wirtschaft. So wachsen beide nachhaltig zusammen. Dabei würdigen wir in erster Linie die Macher aber zugleich die Institutionen, in denen sie wirken können“, so Prof. Dr. Maximilian Gege, B.A.U.M.‐Mitbegründer und Vorsitzender.

Monika Griefahn sagte: „Den B.A.U.M.-Umweltpreis zu bekommen, ist eine große Freude für mich. Er ist Anerkennung und Motivation zugleich, mit derselben Energie und Leidenschaft weiter zu machen.“

Griefahns Werdegang begann ebenfalls auf dem Meer – mit dem Schlauchboot war sie in den 1980er Jahren unter den Greenpeace-Aktivisten, die sich gegen die Dünnsäureverklappung in der Nordsee einsetzten. Dass sie heute für ein Kreuzfahrtunternehmen arbeitet, empfindet sie weniger als einen Seitenwechsel als vielmehr die Weiterentwicklung ihres Engagements für eine saubere Umwelt. „Aida ist ein sehr konstruktiver Auftraggeber. Wir haben in den zwei Jahren, in denen ich die Entwicklung dort begleite, vieles erreicht. Das beginnt mit vermeintlich kleinen Dingen wie umweltfreundlichen Büromaterialien und geht bis zu den großen Durchbrüchen bei der Filtertechnologie und der Verringerung der schädlichen Emissionen.“ Was ihr aber besonders wichtig sei, und was sich bei Aida mehr und mehr bemerkbar mache, sei ein Umdenken bei den Mitarbeitern. Immer mehr würden für das Thema sensibler, machten eigene Vorschläge für Verbesserungen und begännen, nachhaltiges Denken zu leben. Das sei eine gute Erfahrung.

Im Sinne der Nachhaltigkeit: Spenden statt wegwerfen!

Von Dr. Juliane Kronen und Svenja König, Foto: Karin Desmarowitz

innatura - Sachspendenvermittlung fŸr soziale Zwecke

Haben Sie sich auch schon einmal gefragt, was eigentlich mit all den Waren passiert, die aufgrund von Fehletikettierung, Überproduktion oder ausgelaufenen Sonderaktionen aus dem Sortiment genommen werden oder gar nicht erst in den Verkauf gelangen? Die Antwort auf diese Frage ist leider so einfach wie erschreckend: Der Großteil dieser absolut neuen und unversehrten Produkte wird vernichtet. Es bedarf keiner langen Überlegungen, um sich vorzustellen, wo überall diese Waren dringend benötigt werden würden – von der umweltpolitischen Problematik mal ganz zu schweigen. Ökologische wie wirtschaftliche und soziale Nachhaltigkeit sieht anders aus.

Genau dieser Umstand brachte uns auf die Idee zur Gründung von innatura. Die innatura ist eine gemeinnützige GmbH, die eine Plattform für die Vermittlung fabrikneuer Sachspenden an gemeinnützige Organisationen und Einrichtungen betreibt – die Grundidee: „Spenden statt wegwerfen“.

Die Herstellerfirmen spenden die fraglichen Produkte an innatura, die die notwendigen Lagerkapazitäten hat und zudem sicherstellt, dass die Ware nicht auf dem Schwarzmarkt landet, sondern ausschließlich einem guten Zweck zugeführt wird. Für eine Vermittlungsgebühr, die nur einen Bruchteil des regulären Marktpreises ausmacht, können soziale Einrichtungen die benötigten Produkte bei innatura bekommen (das sind u.a. Wasch- und Reinigungsmittel sowie Hygieneartikel, Spielzeug und Kleidung).

Von dem Konzept profitieren also neben den Herstellerfirmen, die so ihre soziale Verantwortung wahrnehmen und steigern können sowie etwas für die Erreichung ihrer Umwelt- und Nachhaltigkeitsziele tun, vor allem auch die gemeinnützigen Organisationen!

Natürlich steht hier zunächst ganz profan der Aspekt des Geldsparens im Vordergrund. Weiter gedacht bedeutet diese Tatsache aber, dass das gesparte Geld nicht mehr für Verwaltungs- und Betriebskosten aufgewendet werden muss, sondern für die eigentlichen Aufgaben der Organisation „frei“ wird. Direkt gesagt: Wenn ein Kinderheim für 10 Großpackungen Markenwaschmittel nicht mehr 170 Euro, sondern nur noch knapp 40 Euro bezahlt, bleiben 130 Euro, die in Freizeit- und Therapieangebote oder Geburtstagsgeschenke für die Kinder investiert werden können.

Jede gemeinnützige Organisation, die eine entsprechende Freistellung vom Finanzamt nachweist, kann von innatura profitieren. Hierzu muss sie sich lediglich unter http://www.innatura.org/shop/registrierung/ registrieren. Die Anmeldung ist kostenlos und unverbindlich. Mittels eines Online-Katalogs können die Organisationen Produkte aussuchen und bestellen, was sie benötigen – es gibt weder einen Mindestbestellwert noch eine Verpflichtung zu regelmäßiger Abnahme von Waren.

Dr. Juliane Kronen und Svenja König arbeiten bei der innatura gGmbH.
www.facebook.com/innatura

Let’s make Music as Friends (Leonard Bernstein)

Von Monika Griefahn

Let's make music as friends

Die Waffen ruhen nicht. Im Nordirak, in Gaza und Israel. In der Ukraine sterben sinnlos Kinder, Frauen, Männer. Warum ist dort kein Dialog möglich? Warum gibt es keine Verständigungsmöglichkeiten? Und darüber hinaus entwickeln demokratisch gewählte Staatsoberhäupter wie Putin oder Erdogan immer autoritärere Züge.

Könnte es nicht alles einfacher sein? Es gibt doch gute Vorbilder! Nelson Mandela hat zur Versöhnung aufgerufen und dafür die Wahrheits- und Versöhnungskommission eingerichtet. Künstler haben immer wieder beispielhafte Initiativen gestartet, das Miteinander zu lernen. Wie zum Beispiel Daniel Barenboim mit dem West-Eastern Divan Orchestra, in dem junge Musiker aus Palästina und Israel, aber auch aus Ägypten, Syrien, dem Iran und dem Libanon, aus Jordanien, Tunesien und Andalusien zusammen Musik machen. Oder auch Justus Frantz mit seiner Philharmonie der Nationen ist zu nennen. Begründer einer Kultur – und zwar im Sinne von praktizierter Kultur – der Versöhnung und Verständigung hier in Deutschland war aber Leonard Bernstein mit der Orchesterakademie auf dem Schleswig-Holstein-Musikfestival im Jahre 1987, an dem auch Yehudi Menuhin intensiv mitwirkte. Und diese Idee lebt bis heute fort!

Auf der Nord-Art

Ich durfte es in Rendsburg gerade selbst erleben, wie 120 junge Musiker aus 34 Ländern, alle unter 26 Jahren, bravourös die 5. Sinfonie von Gustav Mahler meisterten, obwohl sie sich fünf Wochen zuvor noch nicht einmal gekannt hatten. Sie verständigten sich unter der klugen Anleitung von Pedro Halffter.

Mich bewegt jedes Mal, wenn ich eines der internationalen Jugendorchester erlebe. Und ich denke: Können wir das Miteinander nicht überall schaffen?

Was dort auf der Bühne geschieht in Sachen Verständigung und Kultur, geht über das bloße Konzert hinaus! Zeitgenössische Künstler aus China, den Baltischen Staaten, Deutschland, Mexiko, Polen, Südkorea und und und sind auch in der Büdelsdorfer Carlshütte auf der Nord-Art zu sehen. Die Ausstellung zeigt seit schon seit 1999 in den Sommermonaten zeitgenössische Kunst. Mehr als 200 Künstler aus aller Welt präsentieren ihre Bilder, Fotografien, Videos, Skulpturen und Installationen. Die Nord-Art läuft noch bis zum 12. Oktober und ist absolut empfehlenswert.

Nord-Art

Monika Griefahn im TV: Lust auf Konsum! Schnäppchen erlaubt?

Sonntag, 10. August 2014, in Sat.1 Weck up

Aufzeichnung der Weck-Up-Sendung „Lust auf Konsum! Schnäppchen erlaubt?“ mit diesem Thema weckt der Fernsehsender Sat.1 am Sonntag, dem 10. August, ab 8 Uhr seine Zuschauer auf. Mit dabei: Monika Griefahn. Sie diskutiert mit Thomas Tanklay, dem TV-„Schnäppchen-König“, und dem Journalisten und Autoren Caspar Dohmen über Konsum, das Wegwerfen und Wiederverwenden und natürlich über Cradle to Cradle.

Wecker stellen, angucken!

Verstehen. Umdenken. Gestalten!

Von Tim Janßen, Geschäftsführer des Vereins „Cradle to Cradle – Wiege zur Wiege“

Banner Cradle-to-Cradle-Kongress

„Verstehen. Umdenken. Gestalten!“ – unter diesem Motto steht der erste „Cradle to Cradle“-Kongress. Der Cradle to Cradle e.V. lädt alle Menschen, die Gesellschaft gestalten und verbessern wollen, dazu am Samstag, den 15. November 2014, nach Lüneburg ein.

Endlich! Termin und Ort stehen fest, viele spannende Referenten haben zugesagt, die Anmeldephase ist gestartet und die Vorbereitungen laufen jetzt so richtig auf Hochtouren. Ein nächster Meilenstein auf unserem Weg, die gegenwärtige Welt in eine Cradle to Cradle-Welt zu transformieren, steht kurz bevor.

Im Frühjahr 2012 wurde der gemeinnützige Cradle to Cradle e.V. mit Sitz in Hamburg gegründet. Seitdem hat sich einiges bewegt! Nun wollen wir mit dem Kongress alle Vertreter gesellschaftlicher Gruppen zusammenbringen, um das Cradle to Cradle-Konzept als Lösungsansatz für viele drängende Herausforderungen der Gegenwart zu diskutieren. Mit dem 1. Cradle to Cradle Kongress fordern wir zum Mitdenken auf und bieten gute Kontaktmöglichkeiten sowie einschlägige Referenten.

Mit dabei sind unter anderem Stef Kranendijk (ehem. CEO Desso) als Koryphäe der Cradle to Cradle Bewegung und Mann der Praxis, Christiane Benner, Vorstand der IG Metall (Cradle to Cradle Kampagne „Besser statt billiger“), Maximilian Gege, Gründer und Vorsitzender des Bundesdeutschen Arbeitskreises Umweltbewußtes Management (Baum e.V.), Michael Schmidt-Salomon (Philosoph, Schriftsteller und Begründer der Giordano-Bruno-Stiftung) und Michael Braungart, Mitbegründer des Cradle to Cradle Konzepts.

Die Cradle to Cradle-Denkschule beschreibt eine Kreislaufwirtschaft, in der alle Produkte zirkulieren. Dafür müssen sie so beschaffen sein, dass sie bzw. ihre Materialien für biologische oder technische Kreisläufe konzipiert sind. Das bedeutet zum Beispiel, dass Produkte wieder auseinandergebaut und ihre Materialien sortenrein getrennt werden können. Im Prinzip muss also jedes Produkt von Anfang an neu gedacht werden. Es muss so konzipiert sein, dass es beim Recycling nicht an Wert verliert und in anderen Kreisläufen nützlich ist.

Wissenschaftler und Wirtschaftsvertreter, engagierte Bürger und Kulturschaffende – sie alle können und sollen bei dem Kongress mitdiskutieren über die Welt, in der wir leben wollen. In einem Mix aus Vorträgen, offenen Foren und Fachworkshops sollen die Grundzüge des Konzepts und die gesellschaftlichen Bereiche, in denen es wirken kann, deutlich werden. Schwerpunktthemen sind in diesem Jahr die Bereiche Architektur, Textil und Bildung.

Der Kongress findet am 15. November ab 9.30 Uhr an der Leuphana Universität in Lüneburg statt, ist aber ausdrücklich keine rein wissenschaftliche Veranstaltung. Interessierte können sich auf der Kongress-Internetseite anmelden und erhalten dort auch weitere Informationen.

Wir freuen uns auf viele interessierte Teilnehmer!

Was „Abrissbirnen“ mit Demokratie zu tun haben…

Von Manuela Wilczek

Mauerrest, Berlin


Wow – drei Tage Demokratie hautnah!

Ich habe eine Informationsfahrt unserer Bundestagsabgeordneten Svenja Stadler selbst mitgemacht, um das Berlin kennenzulernen, in dem Geschichte geschrieben und Politik gemacht wird. Und es war total gelungen: Höhepunkt der 3-Tages-Reise für mich war die Bundestagsdebatte, die ich live im Parlament verfolgen konnte.

Denn da ging es um die Novelle zum Erneuerbare Energien Gesetz (EEG). Dieses Gesetz begegnet mir bei meiner Arbeit immer wieder, insofern hätte das Thema spannender nicht sein können. Live mitzuerleben, wie die Opposition Wirtschafts- und Energieminister Sigmar Gabriel als „Abrissbirne“ für die erneuerbaren Energien beschimpft, und zu sehen, wie er souverän kontert, das war schon was! Diskussion und Abstimmung – ich habe hautnah miterlebt, wie Demokratie funktioniert! Sehr beeindruckend!

Das weitere Programm war auch klasse: Wir schauten uns die Stadt unter historischen und politischen Gesichtspunkten an, besuchten den Bundesrat und die neue Synagoge. Die Diskussion mit Svenja Stadler selbst im Paul-Löbe-Haus war auch ein toller Höhepunkt. Svenja Stadler stand uns Rede und Antwort, und immer wieder blitzten ihre Augen vor Begeisterung. Das hat mir imponiert. Sie hat Lust auf Politik und Gestaltung der Gesellschaft, und das zu sehen, motiviert einen auch selbst, sich einzumischen.

Klar aber, dass in diesen Zeiten der Fußball nicht fehlen durfte. Ich habe mich zwar nicht in das Getümmel der Weltmeisterschafts-Fans auf der Fanmeile gestürzt. Aber bei der Stadtrundfahrt war der Trubel schon spürbar. Lautsprecher und Übertragungsleinwand waren so aufgestellt, dass sie das Brandenburger Tor verdeckten und die Quadriga scheinbar nicht mehr auf dem Tor, sondern über der Bühne thronte. Für ein paar Tage ist der Fußball eben auch hier König.

Strandascher für kippenfreie Ostseestrände

Von Monika Griefahn
Präsentation des StrandaschersMehr als 6000 Zigarettenstummel hatte der Verein „AIDA Freunde der Meere“, dessen Vorsitzende ich bin, 2013 bei einer Strandsammelaktion im Sand von Warnemünde gefunden. Viel zu viele, fanden wir, und haben darum jetzt den „Strandascher“ entworfen, der in diesem Sommer an zahlreichen Plätzen an der Mecklenburg-Vorpommerschen Küste kostenlos verteilt wird. Die Tourismuszentrale Rostock & Warnemünde und der Verband Mecklenburgischer Ostseebäder unterstützen uns bei unserem Bestreben, damit die Strände sauberer zu halten. Das ist ein tolles Gemeinschaftsprojekt, jetzt müssen die Raucher unser neues Angebot nur noch annehmen.

Der Strandascher passt in jede Hosentasche. Wer also am Strand raucht, kann seine Kippe einfach hineintun und sie dann bei nächster Gelegenheit korrekt entsorgen. Das ist wichtig, denn Zigarettenfilter sind nicht einfach biologisch abbaubar. Sie sind mit Kunststoff überzogen, und das verrottet nur sehr langsam. Es dauert Jahre, und darum haben die Kippen im Sand nichts verloren.

In dieser Badesaison erhalten Raucher die Strandascher rund um die belebtesten Hotspots an den Stränden im Raum Rostock. Sie werden beispielsweise ausgegeben bei Supreme Surf, im Besitos sowie bei ausgewählten Strandkorbverleihern in den Ostseebädern zwischen Boltenhagen und Graal-Müritz. Insgesamt haben wir 3000 Stück produzieren lassen.

Weitere Informationen gibt es auf der Website von „AIDA Freunde der Meere“. Auch der NDR hat über unsere Idee berichtet und einen schönen Beitrag gemacht, der – für eine begrenzte Zeit – in der NDR-Mediathek zu finden ist.

Conference of those who „make the world better“

By Monika Griefahn

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„Regional Conference“ – this sounds small and manageable. Manageable it was indeed, but the regional conference of the Right Livelihood Award Foundation covered geographically the entire continent of Africa and the Middle East. It took place in Sekem near Cairo, Egypt. About ten Right Livelihood laureates gathered there to share their experiences and to establish a platform for their concerns. Moreover, the conference gave the opportunity to heighten public awareness and to establish a closer cooperation among the laureates. This was seen as a central point to face the big challenges of today.

For me personally, it felt great to be back in Sekem again. The project situated there received the Right Livelihood Award (RLA) in 2003, and it made me feel good to see how it has developed and flourished.

To tell the story from the beginning, the following laureates took part at the conference:

–    Dr. Ibrahim Abouleish, Sekem-founder, Egypt (RLA 2003) and Helmy Abouleish, managing director of Sekem
–    Nnimmo Bassey, Nigeria (RLA 2010)
–    Matron Sr. Tenadam Bekele Wolde, Ethiopia (RLA 2009)
–    Jumanda Gakelebone, Botswana (RLA 2005)
–    Guillaume Harushimana, Burundi (RLA 2002)
–    Legborsi Saro Pyagbara, Nigeria (RLA 1994)
–    Jacqueline Moudeina, Chad (RLA 2011)
–    René Ngongo, Democratic Republic of Congo (RLA 2009)
–    Nomewende Joël Ouedraogo, Burkina Faso, (RLA 1990)

Nevertheless, other laureates had been prevented from being present at the conference: Raji Sourani from the Gaza strip (RLA 2013) was not able to come, as the frontier had been closed for months. Israeli Laureates Dr. Ruchama Marton (RLA 2010) and Adam Keller had to cancel their participation as they did not receive a visa. However, the conference was enriched from the European side by Dr. Hans Herren from Switzerland/Kenya (RLA 2013).

I have been using the name “Sekem” for several times now in this article. Sekem is a holistic initiative, which was built up in the middle of the desert in 1978. Nowadays it includes the production of biological food of demeter-quality, a pharmaceutical company with natural products and a clothes’ production site for clothes made out of bio cotton (in Germany these clothes are sold at “dm”, for example). Moreover, in Sekem one finds a kindergarden, a day nursery, a school for children with special needs and a training site for educators, teachers, carpenters, electricians and mechanical engineers. Additionally, in 2012 the Heliopolis University opened. It is a university for sustainable development with faculties of pharmaceutics, engineering and economic sciences.

The Sekem conference inspired us all! Important basic steps were taken to start cooperation among the laureates, who work in very different fields – human rights or ecological agriculture, for example. Questions of health also play a pivotal role very often – for example the problems of circumcised women on the African continent.

At Heliopolis University, we had the opportunity to talk to Egyptian organizations, mainly from the NGO sector. We noticed similar problems all across the different countries: The non-existing independence of the legal system in Chad has the same consequences as the Nigerian government, which is unwilling or incapable of helping the people in Ogoniland. By doing so, the Nigerian government does not implement an UN resolution to overcome the oilspill. Furthermore, the “bushmen” in Burkina Faso are not supported by their government as their right to their land is being ignored.

However, the conference also gave us hope: Sekem, the miracle in the desert built from nothing, gives work to more than 3000 people today as it needs the supply of hundreds of farmers in the Nile delta. Those farmers switched to ecological agriculture. Hans Herren proved to us that the future of nutrition does not lie in genetic engineering – therefore it does not lie in the hands of agricultural enterprises like Monsanto or Syngenta – but in the hands of family-run farms, which provide 75 percent of our food today.

The laureates at the conference agreed on a joint public relations work, petitions, and immediately started to gather signatures in favor of ecological agriculture. Great!

Sekem - Ibrahim Abouleish

Praxis an der Uni: Nachhaltigkeit in Unternehmen

Von Monika Griefahn

Achim LohrieSeit 2012 unterrichte ich an der Technischen Universität Hamburg-Harburg das Wahlpflichtfach „Umweltpolitik und Nachhaltigkeit“, und von Beginn an gehört zu meinem Konzept, Experten aus der Praxis in die Uni zu holen. So waren schon Abgeordnete aus dem Land- und Bundestag und aus dem Europäischen Parlament zu Gast, um aus ihrer Arbeit zu berichten. Wir haben außerdem mit Unternehmensvertretern und Vertreter von NGOs diskutiert. Jetzt war Achim Lohrie im Seminar. Er ist „Direktor Unternehmensverantwortung“ bei Tchibo und erzählte, wie das Unternehmen das Thema Nachhaltigkeit in seine Geschäftsstrategie verankert.

Nachhaltigkeit müsse in allen Unternehmensbereichen mitgedacht werden und in die Budgetplanung einfließen, stellte Lohrie klar. Auch im Bonussystem für die Mitarbeiter werde berücksichtigt, wie gut die Nachhaltigkeitsziele erreicht würden.

Tchibo setzt mehr auf Kooperation denn auf Kontrolle. Es würden Partner mit ins Boot geholt, die über spezifisches Know-how verfügten, zum Beispiel Zertifizierungsorganisationen. Kooperativ werde auch auf die Kaffee- und Baumwollbauern zugegangen. In Produktionsbetrieben erarbeite man mit Dialogtrainern und den Instrumenten des Brainstormings, mit Rollenspielen und ähnlichen Maßnahmen gemeinsame Ziele, die eine nachhaltige Produktion und Arbeit garantieren sollen. Es sei ein langer Prozess, zwei bis fünf Jahre dauere es manchmal, bis die Betriebe so arbeiteten, wie Tchibo es für sich beanspruche. Gleichzeitig führe das zu besseren Arbeitsbedingungen in den Betrieben und Wissen und Bildung auch für die Kinder.

Lohrie betonte jedoch auch die ökonomische Nachhaltigkeit. Es sei niemandem geholfen, wenn „wir am Endverbraucher vorbei optimieren“, meinte er. Einzelportionierung bei Kaffee zum Beispiel sei der Trend im Markt, dem könne sich Tchibo nicht verschließen, auch wenn die Kapseln Müll verursachten. Darum forsche man an Kapseln aus nachwachsenden Rohstoffen oder an Maschinen, die den Kapselmechanismus integriert hätten.

Ich hoffe, dass Besuche wie der von Achim Lohrie – aber genauso die Diskussionen mit Politikern und NGOs – den Studierenden in meinem Seminar helfen, die breite Palette gesellschaftlicher Akteure kennenzulernen. Die jungen Leute an der TUHH stecken allesamt in technischen Studiengängen. Aber technische Entwicklungen gesellschaftsfähig zu machen, dazu gehört auch, die Akteure der Gesellschaft zu kennen und zu verstehen. Das versuche ich rüberzubringen.

Teaching Right Livelihood – jeder kann die Welt verändern!

Von Monika Griefahn

Teaching Right Livelihood (v.l.): Monika Griefahn, Dipa Barua, Sima Samar und Raul Montenegro.

 

Die Träger des Right Livelihood Awards – des „Alternativen Nobelpreises“, sind allesamt Vorbilder für persönliches Engagement, Durchsetzungskraft und Überzeugung. Es sind Leute, die die Welt verbessern, und darum ist es nur folgerichtig, wenn wir die Gedanken und Visionen des Preises und seiner Preisträger in schulisches Lernen integrieren. Wir animieren junge Leute, auch Vorbild zu sein! Unter diesen Vorzeichen stand die Lehrerfortbildung „Teaching Right Livelihood“ an der Universität in Kassel vergangene Woche. Ich durfte sie eröffnen, und wie immer in der Gegenwart von Preisträgern fühlte ich mich irgendwie auf dem richtigen Weg. Ich hoffe, die Lehrerinnen und Lehrer sind genauso gestärkt und inspiriert aus der Tagung hervorgegangen wie ich.

Im Juni 2012 hat Ellen Christoforatou, die Geschäftsführerin des Zentrums für Lehrerbildung ist, bereits einen Grundstein gelegt mit der Herausgabe einer Handreichung für Lehrkräfte und Lehrerbildner mit englischsprachigen Unterrichtsmaterialien zum Thema „Teaching Right Livelihood“. Die Konferenz war ein weiterer Meilenstein.

Drei Preisträger waren zugegen, berichten aus ihren Projekten, von ihren Erfolgen und Schwierigkeiten: Dr. Sima Samar, Prof. Dr. Raúl Montenegro und Dipal C. Barua. Sima Samar, die sich in Afghanistan für Menschenrechte einsetzt, speziell für die Rechte der Frauen; Raúl Montenegro aus Argentinien, der sich in beeindruckender Weise für den Schutz der Umwelt und natürlicher Ressourcen engagiert; Dipal C. Barua, der 2007 ausgezeichnet wurde, weil er die Verbreitung von Solartechnik und anderer erneuerbarer Energiequellen in Dörfern in Bangladesch maßgeblich vorantreibt.

Ich fand besonders klasse, was Raul Montenegro gesagt hat: Die Preisträger seien keine Helden, keine Führungspersönlichkeiten. Sie seien ganz normale Menschen, die ihre Fähigkeiten nutzten, um etwas zu verändern in der Welt. Die Dinge so zu sehen, eröffnet ungeahnte Möglichkeiten, denn es bedeutet, dass jeder in der Lage ist, die Welt zu verändern! Die Konferenz versuchte, dies durch eine Kombination aus wissenschaftlicher Tagung und schulpraktischen Foren zu vermitteln. Wenn die Lehrer diese Einstellung in die Schulen weitertragen, werden in der nächsten Generation viele mutige und entschlossene Menschen heranwachsen. Darauf freue ich mich!