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„Trees wouldn’t vote for Trump…“ (A review of the 2017 Frankfurt Book Fair)

By Monika Griefahn


„Trees wouldn’t vote for Trump…“ – that’s how the forester and author Peter Wohlleben summarised his view on the current political landscape. Trees, he says, know that they can only survive as part of a group. And he has further memorable statements:

„When men go into the forest, they usually take a chainsaw with them. Women are more sensitive.“

„Environmental protection is mainly human protection. The planet would easily regenerate if mankind caused its own extinction.“

In his very entertaining manner Peter Wohlleben, author of books such as „The Secret Life of Trees“, „The Mental Life of Animals“ or „Nature’s Secret Network“, spoke about his work as a forester. He has established a Forest Academy in order to teach as many people as possible about the ecology of forests. Because you only protect what you know about.

Wohlleben was just one of many authors who made this year’s Frankfurt Book Fair a worthwhile event. The French pavilion, which featured great design, demonstrated that literature can achieve anything. The audio-visual areas of the fair let visitors not only read but also listen to poetry.

The Kosmos publishing house presented beautifully designed children’s books that are made to Cradle to Cradle specifications, including such wonderful titles as „Does the Lion have to go to the Hairdresser?“ or „Animals in the Night“. Renate Michel at the Kosmos booth told me excitedly that the Cradle to Cradle info flyers had already gone out of stock on Saturday morning and that the response had been very positive.

The authors Christiane Grefe and Susanne Mayer discussed with Nils Minkmar, an editor at Der Spiegel magazine, about the book „Democracy on the Line – What do we do?“ In particular, I was pleased to hear Grefe’s plea to get involved in politics. Because democracy is something that must be continuously re-achieved over and over again through hard work. The proceeds from the book will be donated to Reporters without Borders, a truly important organization at a time when journalists are being arrested or even murdered in many countries! Only recently the journalist Caruana Galizia was murdered in Malta, which after all is a member state of the European Union.

The politician and scientist Ernst Ulrich von Weizsäcker and the member of the German parliament Matthias Miersch held an engaging and exciting debate about the new report from the Club of Rome „It’s Our Turn“. In 1972 the Club of Rome published its report „The Limits to Growth“ which forecast the collapse of the systems. Although its predictions were not far off the mark  the Club of Rome today is slightly more optimistic. There must be change, but commitment is easier when one still believes that something can be changed.

I also found a lot of reading suggestions and tips at the fair. The overall highlight of course was the awarding of the Peace Prize of the German Book Trade to Margaret Atwood. Eva Manasse excellently analyzed the „precision of the knife-thrower“ as she called it in her laudatory speech.

„Bäume würden nicht Trump wählen…“(Eine Nachlese zur Frankfurter Buchmesse 2017)

Von Monika Griefahn

„Bäume würden nicht Trump wählen…“ – so brachte es der Förster und Autor Peter Wohlleben auf den Punkt. Bäume wissen, dass sie nur zusammen alt werden können, sagt er und hat noch einige zitierwürdige Aussagen parat:

„Wenn Männer in den Wald gehen, haben sie meist eine Motorsäge dabei. Frauen sind da sensibler.“

„Umweltschutz ist in erster Linie Menschenschutz. Die Erde würde sich schon regenerieren, wenn sich die Menschen ausrotten.“

„Wo der Wolf geht, erholt sich der Wald.“

Sehr kurzweilig berichtet Peter Wohlleben („Das geheime Leben der Bäume“, „Das Seelenleben der Tiere“, „Das geheime Netzwerk der Natur“) über seine Arbeit als Förster. Er hat eine Waldakademie gegründet, damit viele Menschen die Ökologie des Waldes verstehen. Denn nur was man kennt, schützt man.

Peter Wohlleben ist nur einer von vielen Autoren, die die Buchmesse auch in diesem Jahr wieder zu einem lohnenswerten Ereignis machten. Auch der toll gestaltete französische Pavillon zeigte, was Literatur alles kann. In den audiovisuellen Bereichen der Messe konnte man Gedichte nicht nur lesen, sondern auch hören.

Der Kosmos-Verlag stellte wunderschön gestaltete und haptisch sinnlich wahrzunehmende Kinderbücher in Cradle-to-Cradle-Qualität aus, darunter so wunderbare Titel wie „Muss der Löwe zum Friseur?“ oder „Tiere in der Nacht“. Renate Michel am Kosmos-Stand erzählte mir begeistert, dass die Cradle-to-Cradle-Flyer schon am Samstagmorgen vergriffen gewesen seien und die Resonanz sehr positiv war.

Die Autorinnen Christiane Grefe und Susanne Mayer diskutierten mit Spiegel-Redakteur Nils Minkmar über das Buch „Was tun. Demokratie versteht sich nicht von selbst “. Besonders habe ich mich über Grefes Plädoyer gefreut, sich in und für Politik zu engagieren. Denn es ist so: Demokratie muss immer wieder hart erarbeitet werden. Im Übrigen kommt der Erlös des Buches der Initiative „Reporter ohne Grenzen“ zu Gute, eine wahrlich wichtige Organisation in einer Zeit, in der in vielen Ländern Journalisten verhaftet oder ermordet werden! Erst kürzlich wurde sogar in einem europäischen Land – Malta – die Journalistin Caruana Galizia ermordet.

Auch engagiert und spannend: Der Politiker und Naturwissenschaftler Ernst-Ulrich von Weizsäcker und der Bundestagsabgeordnete Matthias Miersch diskutierten über den neuen Bericht des Club of Rome „Wir sind dran“. Der Club of Rome hatte 1971 mit „Die Grenzen des Wachstums“ den Kollaps der Systeme prognostiziert. Er lag auch nicht falsch mit den Auswirkungen, die er voraussagte, ist aber heute etwas optimistischer. Ändern muss sich etwas, aber Engagement fällt leichter, wenn man auch noch daran glaubt, dass man etwas ändern kann.

Nebenbei habe ich auf und neben der Messe eine Menge an Leseanregungen und Tipps bekommen. Der Höhepunkt insgesamt war natürlich die Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels an Margaret Atwood. Eva Menasse hat in ihrer Laudatio die „Präzision der Messerwerferin“, wie sie es nannte, ausgezeichnet analysiert und auf den Punkt gebracht.

Zur Rede von Margaret Atwood