Noch die alte Bundesregierung hat ein Fernstraßenausbaugesetz
verabschiedet. Derzeit gilt noch dieses Fernstraßenausbaugesetz
in der Fassung vom 15. November 1993. Es ist aber damit zu rechnen,
dass dieses Gesetz nach der Überarbeitung des Bundesverkehrswegeplans,
die voraussichtlich 2003 abgeschlossen sein wird, geändert und angepasst
wird. Nachfolgend sollen die schon bestehenden Planungen in Sachen
"A 21" dargestellt werden. Weiterführende Informationen enthält
der Straßenbaubericht 1999 der Bundesregierung (Bundestags-Drucksache
Nr. 14 / 2488).
Durch ein Brücken- und Tunnelprojekt über den Großen
Belt (Storebælt) wurde das dänische Seeland und die Hauptstadt Kopenhagen
mit Fünen und damit auch mit Jütland verbunden. Gerade wurde die
Brücke über den Øresund eingeweiht. Damit existiert erstmals eine
zusammenhängende Straßenverbindung zwischen Mitteleuropa, ganz Dänemark,
der boomenden Øresund-Region, Südschweden und ganz Skandinavien.
Dies wird zu einem weiter steigenden Verkehrsaufkommen auch in unserer
Region führen und hat unmittelbare Auswirkungen in der Metropolregion
Hamburg und auch im Landkreis Harburg.
Der Landkreis Harburg mit seiner Lage in der südlichen
Metropolregion Hamburg ist einerseits unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten
auf eine gute regionale und überregionale Verkehrsanbindung angewiesen,
andererseits besonders stark durch Verkehrslärm betroffen.
Seit Jahren ist das "Nadelöhr" Hamburg verkehrlich
überlastet. Auch die 4. Elbtunnel-Röhre wird keine nennenswerte
Entlastung bringen. Daher ist seit Jahren eine Entlastung der Hansestadt
durch Elbquerungen im Westen und / oder im Osten im Gespräch.
Bei den nachfolgend zu betrachtenden Neu- und Ausbaumaßnahmen
handelt es sich um Baumaßnahmen, die aller Voraussicht nach nicht
in den nächsten Jahren aktuell werden, weil schlichtweg vorerst
kein Geld da ist. Es handelt sich also - mit Ausnahme einer Westumfahrung
Hamburgs - um Planungen mit einem Zeithorizont von 8 - 15 Jahren,
von denen keine derzeit aktuell ist. Da ich mehrfach von Bürgerinnen
und Bürgen, Kommunalpolitikern und Lokalredakteuren insbesondere
auf das Thema "A 21" angesprochen worden bin, möchte ich an dieser
Stelle über die schon bestehenden Planungen informieren, soweit
sie für den Landkreis Harburg von Interesse sind.
1. Ausbau der A 1
Als "Weiteres Vorhaben" und damit als nicht besonders dringlich
eingestuft ist der Ausbau der A 1 von 6 auf 8 Spuren zwischen Hamburg-Öjendorf
und dem Maschener Kreuz.
2. Westumfahrung Hamburgs
Seit längerem in der Diskussion ist eine westliche Umfahrung Hamburgs,
die eine Verlängerung der von Rostock kommenden und bis Lübeck führenden
A 20 wäre und zwischen Hamburg und Bremen in die A 1 einmünden würde.
Derzeit sind bei der Westquerung drei Varianten im Gespräch, wobei
Schleswig-Holstein zur Erschließung des Raumes eher eine westlichere
Variante und Hamburg unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten eher
eine der Hansestadt nahe östliche Variante unterstützt. Für dieses
milliardenschwere Teilstück der A 20 steht die Finanzierung in den
Sternen, auch wenn es als Neues Vorhaben im chronisch unterfinanzierten
Bundesverkehrswegeplan enthalten ist. Es wird auch eine private
Finanzierung diskutiert.