3. Ostumfahrung Hamburgs
Weniger intensiv diskutiert wird eine Ostumfahrung Hamburgs. Andererseits
ist davon auszugehen, dass der Verkehr auf den schon vorhandenen
Straßen auch im Südosten Hamburgs enorm zunehmen wird. Es ist aber
nicht damit zu rechnen, dass in den nächsten Jahren hier Baumaßnahmen
in Angriff genommen werden.
a) Die A 21-Planungen nach dem Fernstraßenausbaugesetz
in Schleswig-Holstein Die in Nord-Süd-Richtung verlaufende B 404
wird in mehreren Abschnitten zur A 21 ausgebaut. Teilweise ist der
Ausbau in Höhe von Neumünster und zwischen Bad Oldesloe und Hammoor
schon realisiert, im übrigen ist fast der ganze Abschnitt zwischen
Kiel und der A 24 kurz vor Schwarzenbeck für den Ausbau zu einer
vierspurigen Autobahn A 21 als "Neues Vorhaben" im Bundesverkehrswegeplan
vorgesehen. Diese Strecke wird damit zur Alternativroute zu der
teilweise überlasteten A 7, da sie größtenteils parallel verläuft.
b) Drei Varianten zur A 21-Weiterführung über die
Elbe Interessant für den Landkreis Harburg wird es, wenn es um die
südliche Weiterführung der A 21 und die Querung der Elbe geht. Vorhanden
sind die Brücken bei Geesthacht und bei Lauenburg. Im Fernstraßenausbaugesetz
von 1993 ist als sogenannter "Weiterer Bedarf" und damit noch weit
von einer Verwirklichung entfernt vorgesehen der Neubau einer A
21-Verlängerung von der A 24 bis zur Elbquerung Geesthacht. Umstritten
ist schon diese Trassierung durch den Sachsenwald. Unklar ist aber
vor allem der weitere Trassenverlauf. Im wesentlich drei Varianten
sind denkbar, die alle von einer Elbquerung bei Geesthacht ausgehen.
Variante 1:
Ebenfalls als "Weiterer Bedarf" vorgesehen ist als grobe, inzwischen
überholte Planung die nordwestliche Umfahrung Winsens in Höhe von
Stöckte und eine Anbindung der A 21 an die A 250 zwischen Winsen
und Stelle. Schon wegen der Flora-Fauna-Habitat-Fläche Osterwiesen
und der baulichen Entwicklung im Bereich Laßrönne, Stöckte und Hoopte
lässt sich diese Trasse nicht mehr verwirklichen. Diese Trasse ist
abzulehnen und wird so nicht verwirklicht werden. Die Bürger im
Winsener Ortsteil Stöckte sind zur Zeit nicht betroffen.
Es könnte alternativ von den Planern natürlich auch eine Elbquerung
zwischen Hoopte und Fliegenberg erwogen werden, um z.B. die Osterwiesen
zu umgehen. Aber auch diese Variante ist wegen des Naturschutzgebiets
"Kirchwerder Wiesen" in den Vier- und Marschlanden und der Siedlungsstruktur
des Raumes äußerst unwahrscheinlich.
Variante 2:
Unter dem Stichwort "Hesemann-Spange" und nach dem jetzigen Oberkreisdirektor
Hans Bodo Hesemann benannt ist eine östlichere A 21-Variante. Sie
geht davon aus, daß die B 404 zwischen Niedermarschacht und der
A 250 zur Autobahn A 21 ausgebaut wird und dann weiter durch die
Samtgemeinde Salzhausen im Bogen zur A 7 geführt und irgendwo zwischen
Thieshope und Evendorf angeschlossen wird. Derzeit wird übrigens
gerade die B 404, die derzeit nur bis zur B 4 reicht, weitergebaut
und an die A 250 angeschlossen.
Die Landkreis-CDU hat in ihrer Mehrheit diese "Hesemann-Spange"
für wünschenswert erklärt und hat sie in das Regionale Raumordnungsprogramm
des Landkreises Harburg aufgenommen. Stark betroffen wäre die Samtgemeinde
Salzhausen, die erheblicher Lärmbelastung ausgesetzt wäre und zerschnitten
würde. Deshalb hat die SPD-Kreistagsfraktion diese Trasse geschlossen
abgelehnt. An dieser Stelle muss angemerkt werden, dass auch der
Salzhäuser CDU-Samtgemeindebürgermeister Cord Cordes in diesem Punkt
beim Raumordnungsprogramm nicht mit der CDU und somit gegen die
"Hesemann-Spange" gestimmt hat. Diese Trasse ist ebenfalls sehr
kritisch zu betrachten.