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Pressemitteilung 22/2000
Dienstag, 22. August 2000
 
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"Gesicht zeigen! im Landkreis Harburg"

AKTIONSKREIS
Gesicht zeigen!
im Landkreis Harburg

Auf Einladung der SPD-Bundestagsabgeordneten Monika Griefahn traf sich am 17. Oktober 2000 im Hotel Böttcher in Nenndorf der Aktionskreis "Gesicht zeigen ! im Landkreis Harburg". Monika Griefahn hatte zu der Veranstaltung zahlreiche Vertreter von Vereinen und Verbänden, Behörden, Polizei, Wirtschaft und Gewerkschaften eingeladen; rund 70 Teilnehmer waren zu dem ersten Treffen gekommen. Ziel war ein erster Erfahrungsaustausch, die Vernetzung der vorhandenen Aktivitäten und die Abstimmung über das weitere Vorgehen.

Monika Griefahn stellte zunächst die bundesweite überparteiliche Aktion "Gesicht zeigen!" vor, die von Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye, dem Vorsitzenden des Zentralrats der Juden Paul Spiegel und von Zentralratsmitglied Michel Friedmann ins Leben gerufen worden ist und Anlass zu zahllosen weiteren lokalen Aktivitäten gegeben hat. Viele Prominente, so z.B. der Boxer Henry Maske, unterstützen diese Aktion. Nähere Informationen zur Aktion "Gesicht zeigen !" finden sich im Internet unter www.gesicht-zeigen.de.

In einer Vorstellungsrunde berichteten die Teilnehmer über verschiedene Aktivitäten und Ansätze zur Bekämpfung des Rechtsextremismus. Landrat Prof. Dr. Jens-Rainer Ahrens forderte ein ganzes Maßnahmenbündel. Ausländerthemen dürften nicht unzulässig verkürzt im Wahlkampf diskutiert werden. Das Land müsse in Teilbereichen die Ausstattung der Polizei verbessern. Eltern müssten ihre Vorbildfunktion wahrnehmen und auf Gewalt in der Erziehung verzichten. Studien hätten ergeben, dass von 4 gewalttätigen Kindern 3 in der Familie selbst Gewalt erlebt hätten. Die Gewaltpräventionsarbeit sei zu stärken, vor Ort sei die RESO-Fabrik auf diesem Feld aktiv. In der Gesellschaft müsse ein "Klima gegen Rechtsextremismus" entstehen. Die SPD-Landtagsabgeordnete Silva Seeler berichtete zunächst über Maßnahmen gegen den Rechtsextremismus der Niedersächsischen Landeszentrale für politische Bildung, deren Kuratoriumsvorsitzende Silva Seeler ist. Außerdem stellte sie das Projekt "Schule ohne Rassismus" vor. Durch gemeinsame Anstrengungen und Projekte haben Lehrer und Schüler die Möglichkeit, dass ihrer Schule der Titel "Schule ohne Rassismus" verliehen wird. Silva Seeler hatte ebenfalls am 17.10. um 17.00 Uhr in der Realschule Tostedt eine Zielgruppenveranstaltung für Eltern, Schüler und Lehrer zum Thema "Schule ohne Rassismus" durchgeführt. Ein Schulleiter und die Schülerin eines Abendgymnasiums berichteten dort über ihre Erfahrungen mit dem Projekt und spornten zur Nachahmung an. Außerdem kündigte Silva Seeler an, die niedersächsische Landesregierung werde im Haushaltsjahr 2001 voraussichtlich 1 Millionen DM für die Arbeit von Initiativen und Projekten gegen Rechtsextremismus zur Verfügung stellen. Die SPD-Landtagsabgeordnete Brigitte Somfleth berichtete über ihre Arbeit im Jugendausschuss des Niedersächsischen Landtages. Der Leiter der Polizeiinspektion Harburg, Herr Günter Freyenberg, berichtete über die Auflösung eines illegalen Skinhead-Konzerts in Holvede und die Rolle der Polizei bei der Bekämpfung des Rechtsextremismus. Die Aktivitäten des Landkreises, auch im Zusammenhang mit den Demonstrationen in Tostedt, stellte der Erste Kreisrat Axel Gedaschko dar. Vertreter des Tostedter Forums für Zivilcourage, unter anderem Peter Dörsam und Hanscarl Hoffmann, berichteten von der Arbeit des Forums. Superintendent Dr. Christoph Künkel berichtete unter anderem über Aktivitäten in der kirchlichen Jugendarbeit, z.B. häufigere Besuche von Konfirmanden-Gruppen bei Gedenkstätten. An der Diskussion beteiligten sich unter anderem auch der FDP-Kreisvorsitzende Thomas Schulz und für die CDU Dr. Glaser, der vorschlug, Berichte von Zeitzeugen zur Aufklärung gegen den Rechtsextremismus heranzuziehen.

 
Diese Pressemitteilung finden Sie auf: www.monika-griefahn.de