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Pressemitteilung 04/2002
Donnerstag, 28. März 2002
 
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Stellungnahme zu verschiedenen Verkehrsprojekten im Rahmen der Planungen und Beratungen zur Überarbeitung des Bundesverkehrswegeplans

8 b) Drei Varianten zur A 21-Weiterführung über die Elbe
Interessant für den Landkreis Harburg wird es, wenn es um die südliche Weiterführung der A 21 und die Querung der Elbe geht. Vorhanden sind die Brücken bei Geesthacht und bei Lauenburg. Im Fernstraßenausbaugesetz von 1993 ist als so genannter "Weiterer Bedarf" und damit noch weit von einer Verwirklichung entfernt vorgesehen der Neubau einer A 21-Verlängerung von der A 24 bis zur Elbquerung Geesthacht. Umstritten ist schon diese Trassierung durch den Sachsenwald. Unklar ist auch und vor allem der weitere Trassenverlauf in Niedersachsen. Im Wesentlichen sind drei Varianten denkbar, die alle von einer Elbquerung bei Geesthacht ausgehen.

Variante 1 "A 263 alt":
Im Bundesverkehrswegeplan von 1992 war im "Weiteren Bedarf" der Bau einer Autobahn A 263 als einer Querverbindung von der A 24 über Geesthacht, die Binnenmarsch (Samtgemeinde Elbmarsch) und Winsen bis zum Anschluss an die A 250 zwischen Winsen und Stelle vorgesehen. Schon wegen der Flora-Fauna-Habitat-Fläche Osterwiesen im Bereich Winsen und der baulichen Entwicklung im den Winsener Ortsteilen Laßrönne, Stöckte und Hoopte lässt sich diese Trasse nicht mehr oder nur schwerlich verwirklichen.
Diese Autobahnplanung hat mittlerweile auch ihren Sinn verloren, weil die B 404 mittlerweile nicht mehr nur bis zur B 4 reicht, sondern an die A 250 angeschlossen ist. Das neue Teilstück wurde gerade freigegeben.

Diese Trasse / Planung der A 263 sollte daher dringend aus dem Bundesverkehrswegeplan gestrichen werden, sofern dies noch nicht geschehen ist. Ein Ausbau der B 404 zur Autobahn A 21 zwischen der A 25 und der A 250 mag als "Weiterer Bedarf" sinnvoll sein; es müsste dann allerdings die Frage der bisher nur zweispurigen Elbquerung (Nadelöhr) gelöst werden.

Variante 2 "Null-Variante":
Mit dem Anschluss der B 404 an die A 250 sind die Verkehrsprobleme aber noch nicht gelöst, weil für den dominierenden Nord-Süd-Verkehr der Weg über die A 250 (Maschener Kreuz / Horster Dreieck) ein viele Kilometer langer Umweg ist, der zunehmend über die Dörfer abgekürzt wird, was im Landkreis Harburg zu Problemen führt. Aktuell sind besonders die Verkehrsprobleme im Bereich Winsen (Luhe) und Pattensen. Autofahrer und zunehmend auch LKW-Fahrer in Richtung Hannover fahren nicht bis zum Autobahnkreuz Maschen, um dort auf die A 7 nach Hannover zu gelangen, sondern kürzen den Weg erheblich ab, indem sie die A 250 an der Anschlussstelle Winsen-Ost verlassen, über die Osttangente und Winsen-Luhdorf und Pattensen (bei Winsen) zur BAB 7 - Anschlussstelle Nr. 39 "Thieshope" oder auch über Toppenstedt zur BAB 7 - Anschlussstelle Nr. 40 "Garlstorf" fahren. Dieser - von den Widmungen der Straßen auch nicht zu verhindernde - Querverkehr stellt sich zunehmend als Belastung dar. Im Winsener Ortsteil Luhdorf könnte bei zunehmendem Verkehr der 4. Abschnitt der Osttangente (K 84) gebaut werden, der aber in - unter Naturschutzgesichtspunkten - äußerst sensible Bereiche eingreifen würde und deshalb seit über 10 Jahren nicht realisiert wurde. In der Luheniederung kommen Fischotter und andere seltene Tiere und Pflanzen vor. In Pattensen müsste dann wohl eine Ortsumgehung gebaut werden. Diese Ausbaumaßnahmen würden einerseits zum Teil die Winsener Ortsteile Luhdorf und Pattensen entlasten, könnten aber andererseits noch mehr Verkehr nach sich ziehen und sind deshalb kritisch zu betrachten. Es handelt sich hier um Kreis- und Landesstraßen, so dass die entsprechenden Straßenbaulastträger hierüber zu befinden haben. Eine Querverbindung zur A 7 als A 21-Verlängerung bis zur A 7 (obige Variante 2) oder eine A 21-Verlängerung bis zur B 209 (obige Variante 3) könnte für die Winsener auf lange Sicht Entlastung bringen.

Variante 3 "Hesemann-Spange":
Unter dem Stichwort "Hesemann-Spange" und nach dem jetzigen Oberkreisdirektor Hans Bodo Hesemann benannt ist ein Vorschlag, die B 404 (eventuell zukünftige A 21) direkt an die A 7 anzuschließen. Dieser Vorschlag geht davon aus, dass die B 404 zwischen Niedermarschacht und der A 250 zur Autobahn A 21 ausgebaut wird und dann weiter durch die Samtgemeinde Salzhausen im Bogen zur A 7 geführt und irgendwo zwischen Thieshope und Evendorf angeschlossen wird.

Diese Form der Autobahnquerspange ist aufgrund der vielfältigen Beeinträchtigungen von Mensch, Natur und Landschaft abzulehnen.

 
Diese Pressemitteilung finden Sie auf: www.monika-griefahn.de