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Grüße aus Wyoming
24. März 2004
 

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Grüße aus Wyoming von Anja M. Vaupel, die im Rahmen des Parlamentarischen Patenschafts-Programms für 1 Jahr in den USA ist

Hallo Frau Griefahn,

vielen Dank fuer Ihren Brief. Seit Ende Februar arbeite ich im Buero der „Wyoming Primary Care Association“ (WYPCA) – einer gemeinnuetzigen Organisation, die medizinisch unterversorgte Buerger in Wyoming betreut. Mir wurde der Job von einer Zeitarbeitsfirma in Cheyenne vermittelt. Hauptsaechlich arbeite ich am PC, gebe Daten ein und erstelle Serienbriefe Ich bearbeite u. a. auch den Posteingang, erledige Botendienste und nehme Telefonate entgegen. Leider kann mich die WYPCA aus finanziellen Gruenden nur bis Ende des Monats beschaeftigen. Den Job bei der Bank musste ich aufgeben, da es mir an Erfahrung im Bankbusiness fehlt. Ich bin gespannt darauf, bei welcher Firma ich als naechstes arbeiten werde. Ein Gutes hat dieser haeufige Wechsel – man kommt herum und lernt immer neue Leute kennen.

Ende Februar bin ich zusammen mit meiner japanischen Freundin Saori und John – einem amerikanischem Studenten am College – nach Los Angeles uebers Wochenende gefahren. Wir waren live bei der Oscar Verleihung dabei. Leider haben wir keine Prominenten aus naechster Naehe sehen koennen, dafuer aber ihre Limousinen, die an uns vorbeifuhren. Die Straßen waren z.T. gesperrt und Polizisten sicherten das Gebiet ab. Nach einer Stunde war der Spuk vorbei. Die Promis verließen den roten Teppich und die Verleihung begann.

Natuerlich ist zur Zeit die Praesidentenwahl das Top-Gespraechsthema in den Medien. Die Ereignisse vom 11. September wurden von Praesident Bush als Werbetraeger einer TV-Reklame für seine Wiederwahl-Kampagne genutzt. Einige Familien der Opfer waren darueber sehr veraergert. Im Internet las ich z.B. folgendes Statement von einem Vater, dessen Tochter ums Leben kam: "I would be less offended if he showed a picture of himself in front of the Statue of Liberty. But to show the horror of 9/11 in the background, that's just some advertising agency's attempt to grab people by the throat."

Nach den Terror-Anschlaegen in Madrid am 11. Maerz wurde in den Medien viel darueber diskutiert, wie man weitere Anschlaege verhindern koenne. Die USA hoffen darauf, dass sich Europa den Amerikanern nun endlich anschliesst, um das Terrorregime zu bekaempfen. Deutschland und Frankreich geraten dabei immer wieder in Negativschlagzeilen. Man kann deutlich s pueren, dass das Verhaeltnis zwischen den USA und Deutschland immer noch sehr angespannt ist. Bis jetzt wurde ich jedoch noch nicht mit der politischen Situation zwischen beiden Laendern konfrontiert.

Bis zum naechsten Mal

Anja M. Vaupel