Monika Griefahn, Mitglied des Deutschen Bundestages a. D.

Archiv

Auf dieser Internetseite finden Sie Informationen über meine Arbeit als Bundestagsabgeordnete (1998 bis Oktober 2009)

Archives

On this website you find information about my work as member of parliament (1998 - Oct. 2009)

Curriculum Vitae english Curriculum Vitae français Curriculum Vitae spanish Curriculum Vitae russian Curriculum Vitae chinese

    21.02.2007

    Prof. Jutta Limbach vom Goethe-Institut zu Gast im Landkreis SFA

    Kulturelle Eigenheiten fremder Lnder mit deutscher Kultur verknpfen


    Hoher Besuch im Landkreis SFA: „Kulturauenministerin“, wie sie oftmals genannt wird, Professor Jutta Limbach kam auf Einladung des Kulturvereins TriBuehne zu einem Vortrag nach Walsrode. „Aufgaben und Ziele auswrtiger Kulturpolitik im 21. Jahrhundert“ lautete der Titel des Vortrages der Prsidentin des Goethe-Instituts, den sie im vollbesetzten Brggemann-Saal der Stadthalle hielt.

    Die 73-jhrige war Justizsenatorin in Berlin und von 1994 bis 2002 Prsidentin des Bundesverfassungsgerichts. „Rente mit 67 habe ich berrundet“, schmunzelte sie, denn sie ging im Alter von 68 Jahren in Pension. Der Austausch mit anderen Lndern und Kultur haben sie schon whrend ihres Berufslebens interessiert. Als dann jemand fr die ehrenamtliche Prsidentschaft des weltweit ttigen Goethe-Instituts gesucht wurde, war es neben anderen die Bundestagsabgeordnete Monika Griefahn, die Jutta Limbach fr dieses Amt vorschlug. Sie war es auch, die den Besuch in Walsrode vermittelt hatte.

    Seitdem ist Prof. Jutta Limbach in der ganzen Welt unterwegs, denn das Goethe-Institut ist in 80 Lndern mit 144 Anlaufstellen vertreten. Es gehe um einen kulturellen Austausch, erluterte sie, nicht um ein berstlpen deutscher Kultur. Aufgaben werden vor Ort definiert. Die kulturellen Eigenheiten des Landes sollten mit deutscher Kultur verknpft werden. „Wir wollen die Menschen erreichen.“ Als Beispiel nannte sie Kabul, wo ein bayrischer Zitherspieler mit afghanischen Musikern gemeinsam musizierte, weil sich die Zither und die traditionellen afghanischen Instrumente hnelten. berhaupt sei lnderbergreifende Zusammenarbeit wichtig, auch wenn Kultur nicht in der Lage sei, Politik zu ersetzen. „Kultur begreifen wir nicht so, als sei sie der Kitt, der Politik zusammenhlt. Wir betreiben auswrtige Kulturpolitik um der Kultur selbst willen“, hob Prof. Jutta Limbach hervor.

    13,5 Millionen Euro wurden vom Bund ab 2007 fr die Arbeit des Goethe-Institutes zustzlich bewilligt. Es sei in seiner Kulturarbeit und Spracharbeit autonom, hob Limbach hervor. Es lasse sich nicht vom Auswrtigen Amt vorschreiben, wie Musik zu machen sei. Dies gefalle manchen Bundestagsabgeordneten nicht. „Deswegen ist die Autonomie des Goethe-Institutes so wichtig. Es ist Sache des Staates, die Kultur zu frdern. Aber es ist nicht Sache des Staates, Kultur zu administrieren.“ Die Beratung des Goethe-Instituts erfolge durch Beirte in den verschiedenen Kulturbereichen, erluterte Jutta Limbach.

    Die deutsche Sprache sei eine sehr wortmchtige Sprache, die in der Lage sei, groe Diskussionen zu bestreiten und besondere Empfindungen auszudrcken. Dies zeige sich auch darin, dass zahlreiche Wrter „ausgewandert“ seien. Das Goethe-Institut hatte einen weltweiten Wettbewerb ausgeschrieben, um diese Wrter zusammeln. „Es hat viel Spa gemacht, diese Wrter zu sichten“, bekannte Jutta Limbach. Oftmals seien es „Worte der besonderen Empfindsamkeit“, die von anderen Lndern und anderen Sprachen bernommen wurden. 6.000 Worte wurden in einem Buch gesammelt. So sei „Fingerspitzengefhl“ in Skandinavien bernommen worden, um eine besondere Sensibilitt auszudrcken, „Kindergarten“ ist ebenfalls in vielen Teilen der Welt anzutreffen. Und wer htte das gedacht: „Als ich erfuhr, woher O.K.' stammt, musste ich doch schmunzeln: Es ist ein alter deutscher Begriff aus dem Buch- und Zeitungsdruck und heit ohne Korrektor', abgekrzt O.K.' und ist heute ein deutscher Exportschlager.“