Monika Griefahn, Mitglied des Deutschen Bundestages a. D.

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Auf dieser Internetseite finden Sie Informationen über meine Arbeit als Bundestagsabgeordnete (1998 bis Oktober 2009)

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    08.05.2008

    Osterheide soll wieder schner werden

    Griefahn und Klingbeil informierten sich ber die Plne zur Dorfentwicklung


    Bestehend aus drei Ortschaften, die auf dem Gelnde eines Truppenbungsplatzes liegen, ist der Gemeindefreie Bezirk Osterheide gemeinsam mit dem angrenzenden Gemeindefreien Bezirk Lohheide eine Besonderheit in ganz Deutschland. Dass das die Arbeit in der Verwaltung nicht unbedingt einfacher macht, erfuhr die SPD-Bundestagsabgeordnete Monika Griefahn bei einem Besuch in Oerbke. Zusammen mit dem SPD-Unterbezirksvorsitzenden in Soltau-Fallingbostel Lars Klingbeil und dem SPD-Vertreter der Einwohnerversammlung Klaus Rhrs informierte sie sich bei Wilhelm Adam, der zurzeit mit der Wahrnehmung der Geschfts des Bezirksvorstehers beim Gemeindefreien Bezirk Osterheide betraut ist, und seinem Stellvertreter Andreas Ege ber die Dorfentwicklung.

    Aufgrund der besonderen Lage auf dem Truppenbungsplatz Bergen-Hohne waren in den vergangenen Jahrzehnten Planungen fr die Entwicklung der Ortschaften Oerbke, Ostenholz und Wense im Prinzip ausschlossen. Zum Beispiel kann der Bezirk mit seiner Lage im militrischen bungsgebiet keine neuen Baugebiete ausweisen, um so neue Bewohner in die Orte locken. Infolgedessen, so stellte Wilhelm Adam nchtern fest, seien die Orte kein attraktiver Wohnstandort mehr. rzte und Gaststtten seien nicht mehr vorhanden, ein hoher Leerstand und einige renovierungsbedrftige Wohngebude prgten das Bild.

    Das aber soll sich nun ndern: Der Landkreis habe sich bereiterklrt, die Planung fr eine Dorfentwicklung zu finanzieren. Bis Jahresende soll gemeinsam mit Planern und den rund 800 Brgern der drei Ortschaften ein Konzept erarbeitet werden, das wiederum Grundlage fr Frderantrge sein soll. In Ortsbegehungen begutachten Verantwortliche und Brger derzeit die Bausubstanz und die Umgebung. Zu einzelnen Bereichen sollen dann Arbeitsgruppen gegrndet werden, in denen die Brger sich weiter einbringen knnen.

    Dass sich aus diesen Anfngen gute Ideen entwickeln werden, daran zweifeln weder Adam noch Andreas Ege, der beim Gemeindefreien Bezirk Osterheide fr die Dorfentwicklung zustndig ist. Es seien schon so einige Vorschlge in der Diskussion - von der Aufstellung von Bnken ber die Einrichtung eines Waldlehrpfades bis hin zur Nutzung von leerstehenden Gebuden als gemeinsamen Treffpunkt knne viel entstehen. Oberstes Ansinnen ist es, den hohen Leerstand durch eine neue Attraktivitt der Orte zu reduzieren. Dafr aber msse unter anderem der teils schlechte Zustand der Liegenschaften verbessert werden. Wie genau das passieren kann, ist noch unklar.

    Denn noch steht die Frage im Raum, ob berhaupt Frdermittel fr dieses Projekt zur Verfgung stehen. Da fast alle Liegenschaften in Bundesbesitz sind, sich aber der Bund nicht selbst frdern kann, steht es nicht gut um die notwendigen Gelder zur Dorfentwicklung. Monika Griefahn und Lars Klingbeil berlegten gemeinsam mit den Vertretern aus Osterheide, welche Mglichkeiten es gibt, die Dorfentwicklung, deren Planungen der Landkreis ja schon ermglicht hat, auch in der Umsetzung zu frdern. Monika Griefahn brachte insbesondere Programme der Gebudesanierung und des Ausbaus regenerativer Energien in Spiel, die der Bund aufgelegt hat. Klingbeil warf ein, dass es gegebenenfalls auch Mglichkeiten auf Landes- oder Landkreisebene gebe. Ein Ausweg aus der Misere, dass der Bund die Mittel nicht selbst beantragen kann, knnte die Grndung von Trgervereinen sein. Auch, ob der Landkreis Mglichkeiten zur Beantragung hat, wurde diskutiert. Die beiden Politiker versprachen, dieser Frage nachzugehen.

    Griefahn und Klingbeil begrten auf jeden Fall das Ansinnen der Bezirksvertreter, mit dem ausgearbeiteten Konzept der Dorfentwicklung etwa zum Jahresende wieder vorstellig zu werden. Adam zeigte sich zuversichtlich, was den Rckhalt in den Orten angeht: „Wir wollen vorankommen“, stellte er klar. Entscheidend sei dafr, dass es eine gute Dorfgemeinschaft gebe, die berzeugt sei mitzumachen. „Die haben wir auf jeden Fall“, freute er sich.

    In der Diskussion kam eine weitere Problematik auf, der Monika Griefahn und Lars Klingbeil nachgehen wollen. Die zentrale Zustndigkeit fr die vermieteten Wohn- und Gewerbe-Immobilien im Gemeindefreien Bezirk liegt laut Adam und Ege in den Hnden der Bundesanstalt fr Immobilienaufgaben (BIMA) in Bonn. Die Sachbearbeiter seien dort aber nach inhaltlichen Zustndigkeiten aufgeteilt. Im Laufe des Gesprchs kristallisierte sich fr beide Politiker heraus, dass die Anliegen der Brger wahrscheinlich besser bearbeitet werden knnten, wenn ein Ansprechpartner vor Ort wre. Dieser knnte dann vom kaputten Fenster bis hin zur Frage der Vermietung alle Anfragen bearbeiten. Griefahn konnte sich vorstellen, dass das ein attraktiverer Service fr die Brger wre - was wiederum zu einer greren Attraktivitt des Wohnstandortes beitrage. Diese Auffassung teilten auch Klingbeil. Beide versprachen, auf Ebene des Bundestages nachzuforschen, inwieweit ein Herauslsen des Gemeindefreien Bezirks Osterheide aus der zentralen BIMA-Verwaltung mglich sei. Da die beiden Gemeindefreien Bezirke Osterheide und Lohheide die einzigen Ausnahmen in ganz Deutschland darstellten, hielten die beiden SPD-Politiker es durchaus fr mglich, auch bei der Zustndigkeit eine Sonderregelung zu erreichen.