Monika Griefahn, Mitglied des Deutschen Bundestages a. D.

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Auf dieser Internetseite finden Sie Informationen über meine Arbeit als Bundestagsabgeordnete (1998 bis Oktober 2009)

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On this website you find information about my work as member of parliament (1998 - Oct. 2009)

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    Checkliste gegen rechte Parolen


    Auslnder nehmen uns die Arbeitspltze weg! - Falsch!

    Auslnder haben in Deutschland sogar Arbeitspltze geschaffen:

    263.000 selbstndige Auslnder beschftigten 1999 ca. 570.000 Arbeitnehmer. Von ca. 9 Millionen in Deutschland lebenden Auslndern sind ca. 2 Mio. erwerbsttig und erwirtschaften jhrlich ein Bruttosozialprodukt von ca. 250 Milliarden DM, welches zum grten Teil in Deutschland ausgegeben wird und somit innerhalb des Landes die Kaufkraft strkt und dadurch die Arbeitspltze sichert. Zudem haben sie mehr in die Rentenversicherung eingezahlt, als sie daraus ausgezahlt bekommen haben. Auslnder tragen also auch zur Stabilitt des Sozialversicherungssystems und zur Entlastung der Rentenkassen bei.

    Zudem muss beachtet werden, dass Arbeit keine Ware ist, die den Unternehmen zugeteilt werden kann, sondern dass sich die Unternehmen die Arbeitskrfte suchen, die die beste Qualifikation haben. Es liegt also nahe, dass sich die Unternehmen die tchtigsten Mitarbeiter aussuchen, die sie finden knnen. Wer sich also beklagt, die Auslnder wrden den Deutschen die Arbeit wegnehmen, gesteht damit ein, dass viele Auslnder offensichtlich tchtiger sind als viele Deutsche.

    Auslnder sind krimineller als Deutsche! - Falsch!

    Falsch! Generell hngt Kriminalitt nicht von der Nationalitt ab, sondern von Faktoren wie Alter, Geschlecht, Wohlstand. Mnner sind z.B. krimineller als Frauen, Menschen zwischen 15 und 30 sind krimineller als ltere, Arme sind krimineller als Reiche etc. Darber hinaus werden in der Kriminalittsstatistik auch Verste gegen das Auslndergesetz und gegen die rechtlichen Regelungen fr Asylbewerber erfasst - hierfr langt schon, dass die Aufenthaltserlaubnis ein paar Tage zu spt neu beantragt wird oder dass die Stadt oder Gemeinde, der ein Asylbewerber zugewiesen wurde, verlassen wurde (um z.B. nach Hamburg ins Kino zu fahren), obwohl er keine Genehmigung dafr hatte. Das sind Verste, die Deutsche gar nicht begehen knnen.

    Auslnder leben auf unsere Kosten! - Falsch!

    Falsch! Von den 250 Milliarden DM, die von den Auslndern als Bruttosozialprodukt erwirtschaftet werden, werden 100 Milliarden DM als Steuern und Abgaben dem Staat zugefhrt. Vom Staat werden jedoch nur 70 Milliarden DM an Auslnder gezahlt. Dem Staat verbleibt somit ein "Gewinn" von 30 Milliarden DM pro Jahr.

    Asylbewerber bekommen das Geld nachgeschmissen! - Falsch!

    Es wird monatlich ein Taschengeld von 80 DM fr den Haushaltsvorstand und 40 DM fr weitere Familienangehrige gezahlt. Fr Nahrungsmittel und Kleidung gibt es Gutscheine und Essenspakete. Der Wert dieser Gutscheine liegt ca. 20 % unter dem der Sozialhilfeleistungen, die deutschen Sozialhilfeempfngern zustehen (und dieser Satz gilt als Existenzminimum).

    Das sind alles nur Wirtschaftsflchtlinge! - Falsch!

    1997 und 1998 sind mehr Auslnder aus Deutschland fortgezogen als hergekommen. Der zahlenmig "Zuwanderungsgewinn" in den Jahren vor 1997 lag vor allem an den Sptaussiedlern, Asylbewerbern und Kriegsflchtlingen, nicht aber an Arbeitsimmigranten. Bei den Aussiedlern gibt es einen massiven Rckgang von 400.000 im Jahr 1990 auf 100.000 im Jahr 1999.

    Die Zahl der Asylbewerber ist ebenfalls rcklufig, sie betrug im Jahr 1992 noch ber 400.000, 1999 lag sie bei rund 95.000 jhrlich und im Jahr 2000 bereits bei 78.760.

    "Auslnderfeindlichkeit" oder Rassismus?

    In rechten Parolen kommen "die Auslnder" bel weg. Deswegen ist es blich, von "Auslnderfeindlichkeit" zu sprechen - und zwar durchaus mit den besten Absichten. Aber Vorsicht! Schon der Begriff geht rechten Parolen auf den Leim. Denn wer ist eigentlich mit "Auslnder" gemeint? Der Flchtling aus dem Kosovo, der hier einen Asylantrag gestellt hat? Das kleine Mdchen trkischer Herkunft, dessen Familie seit zwei Generationen in Deutschland lebt? Der schwarze US-Tourist auf Deutschland-Besuch? Oder der Geschftsreisende aus Dnemark? "Auslnderfeindlichkeit" meint scheinbar, dass sich Hass und Gewalt gegen eine bestimmte Gruppe von Personen richtet, die keinen deutschen Pass besitzen. Aber Rassisten kmmern sich nicht um den Pass. Es geht um uerliche krperliche Merkmale (z.B. dunkle Hautfarbe). Deswegen ist es sinnvoll und genauer, die Sache als das zu bezeichnen, was sie ist: Rassismus!