Monika Griefahn, Mitglied des Deutschen Bundestages a. D.

Archiv

Auf dieser Internetseite finden Sie Informationen über meine Arbeit als Bundestagsabgeordnete (1998 bis Oktober 2009)

Archives

On this website you find information about my work as member of parliament (1998 - Oct. 2009)

Curriculum Vitae english Curriculum Vitae français Curriculum Vitae spanish Curriculum Vitae russian Curriculum Vitae chinese

    11.02.2009

    Was Kirche heute leisten muss

    Monika Griefahn traf Superintendent Dirk Jger zum Kennenlern-Gesprch


    Seit etwa einem halben Jahr ist Dirk Jger Superintendent im Kirchenkreis Hittfeld Zeit fr die SPD-Bundestagsabgeordnete Monika Griefahn, einmal nachzufragen, wie sich der aus Sdniedersachsen stammende Theologe inzwischen in der Nordheide eingelebt hat. Auerdem sprachen die beiden am vergangenen Mittwoch ber die sozialen Aufgaben der Kirche und deren Finanzierung.

    Jger zeigte sich sehr angetan von seinem neuen Aufgabenfeld: Der Kirchenkreis Hittfeld sei gut aufgestellt und auch personell handlungsfhig ausgestattet. In den ersten 100 Tagen habe er so gut wie alle Gemeinden und Einrichtungen des Kirchenkreises besuchen knnen. Zu seinen Planungen gehre es, verstrkt attraktive Angebote fr Menschen der mittleren Generation anzuregen eine Altersgruppe, deren Bedrfnisse und Lebensgefhl oft nicht hinreichend im Blick seien.

    Obwohl Jger die finanzielle Situation des Kirchenkreises Hittfeld im Vergleich zu anderen als „zufriedenstellend“ bezeichnete, gebe es an einigen Stellen problematische Entwicklungen. Das betreffe zum Beispiel die Finanzierung der Sozialstationen und der umfangreichen Beratungsdienste der Diakonie. „Wir wollen angemessene Lhne zahlen fr eine Arbeit, die den Menschen im Mittelpunkt sieht“, bekrftigte der Superintendent, dies werde allerdings durch den oft ruinsen Konkurrenzdruck im Gesundheitswesen immer schwieriger. Seine Forderung: „Wir brauchen einen reellen Blick auf die Kosten sozialer Ttigkeiten und ein neues Bewusstsein dafr in Politik und Gesellschaft.“

    Monika Griefahn dachte zusammen mit Jger auch ber mgliche neue Finanzierungssysteme der Kirchen nach. In Deutschland wird die Kirchensteuer anteilig vom Lohn einbehalten, was einem Solidargedanken entspringt. In Frankreich, Italien oder Spanien gibt es mit der fr alle verbindlichen Kultursteuer die fr jeden Steuerbrger gegebene Mglichkeit der Zuordnung seiner Beitrge an verschiedene Einrichtungen wie Kirchen, Wohlfahrtsverbnde etc.

    Beide sahen ad hoc nicht, dass das derzeitige Modell in Deutschland gendert werden sollte oder knnte zugleich aber plant der Kirchenkreis Hittfeld, seine Einnahmenseite unter anderem mit Hilfe eines Fundraisers, also eines professionellen Spendensammlers, zu verbessern. Dieser soll noch 2009 eingestellt werden.

    Monika Griefahn betonte in dem Gesprch die wichtige gesellschaftliche Rolle, die die Kirche spiele. Sie kenne derzeit kaum einen anderen Akteur, der die gesellschaftliche Wertediskussion und ein differenziertes Nachdenken ber soziale Themen anstoen knnte und sehe das auch als eine Aufgabe von Kirche an. Jger beurteilte das nicht anders. Die beiden stellten in ihrem Gesprch noch weitere Gemeinsamkeiten fest: So haben beide in Gttingen studiert und sich in den 80er Jahren bei Greenpeace engagiert.