Monika Griefahn, Mitglied des Deutschen Bundestages a. D.

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Auf dieser Internetseite finden Sie Informationen über meine Arbeit als Bundestagsabgeordnete (1998 bis Oktober 2009)

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    19.03.2009

    Monika Griefahn besuchte Frauenhaus fr den Landkreis Harburg

    Betroffene fordert verpflichtende Therapiearbeit mit den Ttern


    Zu einem Informationsbesuch war die SPD-Bundestagsabgeordnete Monika Griefahn krzlich im Frauenhaus der Arbeiterwohlfahrt (AWO) fr den Landkreis Harburg zu Gast. Sie konnte sich die neuen Rume ansehen und auch mit Frauen sprechen, die gerade dort Zuflucht gefunden hatten. Gemeinsam mit Betroffenen, den Mitarbeiterinnen und der AWO-Kreisvorsitzenden Angelika Tumuschat-Bruhn berlegte sie, wie die Situation bedrohter und misshandelter Frauen und Kinder weiter verbessert werden kann.

    Die Mitarbeiterinnen des Frauenhauses Ilona Reisen (l.) und Anina Wiggert (2.v.r.) informierten Monika Griefahn ber ihre Arbeit. Rechts: Angelika Tumuschat-Bruhn als Vertreterin des Trgers Arbeiterwohlfahrt (AWO).

    Zunchst jedoch hatten die Frauenhaus-Mitarbeiterinnen einige Zahlen fr Monika Griefahn vorbereitet. Daraus ging hervor, dass im Jahr 2008 52 Frauen und 58 Kinder vorbergehend Unterschlupf gefunden hatten. berwiegend stammten die Hilfesuchenden aus dem Landkreis Harburg. Sie verblieben im Schnitt 24 Tage in der Einrichtung, um dann teils in eigene Wohnungen zu ziehen oder bei Freunden oder Verwandten unterzukommen. Dass trotz Gewalterfahrungen der Schritt zu einem Neuanfang sehr viel Mut und Organisation erfordert, zeigte sich darin, dass auch zwlf Frauen in ihre alte Situation zurckkehrten.

    Eine der Frauen, mit denen Monika Griefahn sprach, wird das nach eigenen Aussagen nie mehr tun. Sie forderte mehr Tterarbeit, da gewaltttige Mnner sich in der Regel nicht freiwillig in Behandlung begeben. Griefahns Gesprchspartnerin wies auf das sogenannte „Domestic Abuse Intervention Project“ hin, das als Modellprojekt in der US-amerikanischen Stadt Duluth (Minnesota) stattfand. Wichtige Bestandteile des Projektes, so erfuhr Monika Griefahn, seien ein Anti-Gewalttraining fr Mnner und Bildungsangebote fr die betroffenen Frauen in der Zeit, in der ihre Mnner sich in der Therapie befinden.

    Die Mitarbeiterinnen des Frauenhauses pflichteten dieser Forderung nach mehr Tterarbeit bei, wussten jedoch auch: Die Bezahlung fr solche Therapien ist hierzulande ein Problem. Monika Griefahn nahm diese Hinweise auf. Sie will nun zum einen bei Bundesjustizministerin Brigitte Zypries klren, ob Tterarbeit im Opferschutzgesetz gengend verankert ist und zum anderen auch eine Auswertung des Gewaltschutzgesetzes von 2002 anfordern. Das Gesetz hatte dem Thema husliche Gewalt Rechnung getragen, zum Beispiel besagt es, dass im Falle huslicher Gewalt der Tter - und nicht das Opfer - eine gemeinsame Wohnung verlassen muss.

    Den Mitarbeiterinnen des Frauenhauses brannten weitere Themen unter den Ngeln. Sie wiesen Monika Griefahn auf eine Problematik im Zusammenhang mit der Hartz-IV-Gesetzgebung hin. So sei es fr Frauen, die sich entschieden, die eheliche Wohnung zu verlassen, sehr schwer eine einmalige Beihilfe zur Erstausstattung zu bekommen. Viele der Frauen, die in Frauenhusern Zuflucht suchten, seien Hartz-IV-Empfngerinnen, eine einmalige Beihilfe wre fr sie viel wert.

    Monika Griefahn empfand den Austausch vor Ort und insbesondere das Gesprch mit den Betroffenen als sehr wertvoll. „Whrend bei anderen Straftaten hufiger der Vorwurf laut wird, es werde sich zu viel um die Tter gekmmert, ist hier die Forderung danach laut geworden, genau dort therapeutisch anzusetzen. Wenn es hier Nachholbedarf gibt, werde ich mich dafr einsetzen, dass die entsprechenden Gesetze berprft und weiter verbessert werden“, versprach Griefahn.