Monika Griefahn, Mitglied des Deutschen Bundestages a. D.

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Auf dieser Internetseite finden Sie Informationen über meine Arbeit als Bundestagsabgeordnete (1998 bis Oktober 2009)

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    24.05.2009

    100 Prozent Erneuerbare sind mglich

    Monika Griefahn, Matthias Miersch und Maximilian Gege diskutierten ber Klimaschutz


    „Wenn wir alles, was wir heute ber das Thema Energiegewinnung wissen, schon umsetzen wrden, dann...“ die Referenten bei der von der SPD-Bundestagsabgeordneten Monika Griefahn organisierten Veranstaltung „Klimaschutz Motor fr eine nachhaltige Wirtschaft“ waren ungeduldig. Der Hittfelder Prof. Dr. Maximilian Gege, Vorsitzender des Unternehmer-Arbeitskreises B.A.U.M., sagte: „...dann knnten wir die Energiewende morgen herbeifhren.“ Und Griefahns Fraktionskollege Matthias Miersch ist sicher: „...dann bruchten wir keine neuen Kraftwerke“. Gut 30 Interessierte hatten sich in der AWO-Begegnungssttte in Buchholz versammelt, um das Thema „Klima und konomie“ zu diskutieren. Auffallend war, dass sich viele von ihnen selbst in Solar-Vorhaben oder anderen Projekten nachhaltiger Entwicklung engagierten. „Vor Ort entsteht sehr viel in diesem Bereich, das Thema ist wichtig“, freute sich Monika Griefahn, die selbst bei den Brgersolarkraftwerken Rosengarten aktiv ist.

    Sie verknpfte die Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit in ihrer Einleitung eng mit der Frage der Bildung. „Knstlerische Angebote wie Musik oder Kunst sind wichtig. Nur dann entwickeln die jungen Leute auch die ntige Kreativitt, um sich spter in Ingenieursberufen auch neue Techniken einfallen lassen zu knnen“, sagte sie. Wie auch ihre Referenten war sie der Meinung, dass eine 100-prozentige Versorgung mit Erneuerbaren Energien mglich ist. Dafr brauche man ideenreiche Ingenieure, die an der Stromspeicherung aus Erneuerbaren forschen knnten, und die am Aufbau eines Stromnetzes mitarbeiteten, das mit Schwankungen in der Strommenge umgehen knnten.

    Doch es gehe nicht nur um das reine Ersetzen der Energiespender. Die drei „Es“ seien der richtige Mix fr die Zukunft: Erneuerbare, Energieeffizienz, Energiesparen. Whrend sich beim Energiesparen jeder Brger selbst kritisch beobachten und sofort anfangen knne, seien bei der Frage der Energieeffizienz Wirtschaft und Politik besonders gefordert. Kraft-Wrme-Kopplung wurde als ein Beispiel dafr genannt also die Technik, aus einem Energiespender nicht nur die Energie selbst, sondern auch die Abwrme zu nutzen.

    Die Frage, warum Deutschland und die Welt nicht schneller in der Versorgung mit Erneuerbaren Energien, der Entwicklung und Verbreitung effizienterer Gerte und Techniken und beim Energiesparen vorankommen, trieb sowohl Zuhrer als auch Referenten um. Matthias Miersch, nachhaltigkeitspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, machte deutlich, dass bei anderen immer noch viel berzeugungsarbeit geleistet werden msse. Das versuche Deutschland seit Rot-Grn, indem es das Thema Umweltschutz nicht mehr in einem Fachausschuss behandele, sondern interdisziplinr und mit den Brgern zusammen zum Beispiel im Rat fr nachhaltige Entwicklung.

    Bei Verhandlungen auf internationaler Ebene, so Miersch weiter, zeige sich, wie unterschiedlich Industrie- und Entwicklungslnder an das Thema herangingen. Fr ihn habe darum das bekannte Motto „Global denken, lokal handeln“ der Agenda 21 nach wie vor groes Gewicht. „Vor Ort kann so wenig, aber doch so viel erreicht werden“, beschrieb er seine berzeugung. Einzelne Brger-Initiativen seien wichtig, um in der Gesamtheit den Handlungsdruck zu erhhen. Kommunen knnten viel tun. Sein Beispiel: „Es ist bei der Planung von Neubaugebieten immer noch nicht selbstverstndlich, dass die Dachflchen nach Sden ausgerichtet werden, um Solaranlagen drauf bauen zu knnen. Damit geht aber doch keine Einbue von Luxus einher, das kann man einfach machen.“

    Maximilian Gege, der im bundesweiten Arbeitskreis B.A.U.M. seit Jahrzehnten mit Unternehmern zusammenarbeitet, die sich fr mehr Nachhaltigkeit in ihren Produktionen entschieden haben, stellte den „Zukunftsfonds als Konzept fr ein kologisches Wirtschaftswunder“ vor. Das Konzept sieht vor, dass freiwillig in den Fonds gezahltes Geld mit fnf Prozent verzinst wird also erheblich mehr als heute blich. Der Fonds vergibt Mittel fr Effizienzmanahmen, Erneuerbare Energien und Energiesparmanahmen. Das knnen auch kleinere Pakete wie etwa fr einen Zwei-Personenhaushalt sein. Diese Investitionen amortisieren sich laut Gege teils schon nach zwei Jahren und sorgen anschlieend fr einen Geldgewinn. So kann jeder, der Gelder aus dem Fonds bekommen hat, sie auch zurckzahlen und macht mittelfristig Gewinn. Gege rechnete sein Zukunftsmodell an einigen Beispielen vor.

    In der anschlieenden Diskussionen spielte die kritisch betrachtete Energie aus Biogas, das interdisziplinre Herangehen an Umweltthemen und die Frage der Bildung und der Lehrplne eine entscheidende Rolle. Viele Zuhrer nutzten auch die Gelegenheit, sich nach dem offiziellen Ende der Veranstaltung noch mit Vertretern der Wirtschaft und anderer Klimaschutz-Initiativen auszutauschen und neue Kraft fr ihre eigenen Projekte zu tanken.