Monika Griefahn, Mitglied des Deutschen Bundestages a. D.

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Auf dieser Internetseite finden Sie Informationen über meine Arbeit als Bundestagsabgeordnete (1998 bis Oktober 2009)

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    30.05.2008

    Stanislaw Tillich muss kulturelle Weitsicht beweisen

    Bundesweiter UNESCO-Welterbetag steht bevor


    Zum bundesweiten UNESCO-Welterbetag am kommenden Sonntag erklren die Sprecherin der Arbeitsgruppe Kultur und Medien, Monika Griefahn MdB, der zustndige Berichterstatter der SPD-Bundestagsfraktion, Steffen Reiche MdB und die Dresdner Bundestagsabgeordnete, Dr. Marlies Volkmer MdB:

    Beim Thema Waldschlsschenbrcke hat die Schsische Staatsregierung bisher ein mehr als schlechtes Bild abgegeben. Der neue Ministerprsident Sachsens, Stanislaw Tillich, hat nun die Chance diese Position zu korrigieren und damit kulturpolitische Kompetenz zu beweisen.

    Das Dresdner Elbtal muss seinen Welterbetitel behalten! Wir fordern den neuen Ministerprsidenten Sachsens auf, sich fr den Erhalt des Weltkulturerbes Dresdner Elbtal einzusetzen. Er muss aus dem in dieser Sache unrhmlichen Schatten seiner beiden Vorgnger Biedenkopf und Milbradt heraustreten. Es wre eine Schande fr den Gesamtstaat Deutschland, wenn Dresden den Welterbetitel verliert und damit das bisherige Ansehen als im Bereich des Denkmalschutzes vorbildliches Land beschdigt wird.

    Am kommenden Sonntag feiern 32 Welterbesttten in ganz Deutschland zum vierten Mal den bundesweiten UNESCO-Welterbetag. Mit diesem Tag soll die Kommunikation der Menschen vor Ort ber die kulturelle und historische Bedeutung von Welterbesttten befrdert werden. Ziel ist es, das Welterbe als wichtigen Teil der eigenen Kultur und des vielfltigen kulturellen Erbes der Menschheit erlebbar zu machen. Viele Orte und Stdte in Deutschland haben die Besonderheit und die Faszination der Welterbesttten erkannt und versuchen sie auch offensiv im Rahmen innovativer touristischer Konzepte zu nutzen.

    Lediglich Dresden und Sachsen wollen diese Bedeutung nicht erkennen. Ganz bewusst wird der Verlust einer international bedeutsamen Anerkennung und Auszeichnung in Kauf genommen, um den sich viele andere Initiativen in ganz Deutschland seit vielen Jahren bemhen. Doch diese Mhe knnte vergebens sein, wenn das Welterbekomitee auf seiner 32. Tagung Anfang Juli in Qubec, Kanada, das Dresdner Elbtal von der Liste der Welterbesttten streicht. Dieser Schritt ist konsequenterweise zu erwarten. Denn einerseits muss die UNESCO den Wert und die Bedeutung des Welterbetitels auch schtzen und andererseits haben Dresden und vor allem die Landesregierung Sachsen bisher keine ernsthaften Bemhungen unternommen, den Verlust des Titels durch Kompromisslsungen zu vermeiden. Zuknftige Bewerbungen um einen Welterbetitel aus Deutschland werden von der UNESCO sicherlich sehr skeptisch bewertet, denn am Beispiel Dresden wird deutlich, dass die aus der Welterbekonvention erwachsenden Pflichten von den Lndern nicht umgesetzt werden.

    Der neue schsische Ministerprsident Stanislaw Tillich sollte den UNESCO-Welterbetag am Sonntag nutzen, sich ber die Bedeutung und die Besonderheit von Welterbesttten zu versichern und dies auch innerhalb seiner eigenen Partei klarzustellen. Alle anderen Bemhungen um den Erhalt und die Bewahrung des Weltkulturerbes in Deutschland werden diskreditiert, wenn Sachsen und Dresden so ignorant mit unserem eigenen kulturellen Erbe umgehen.