Monika Griefahn, Mitglied des Deutschen Bundestages a. D.

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Auf dieser Internetseite finden Sie Informationen über meine Arbeit als Bundestagsabgeordnete (1998 bis Oktober 2009)

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    02.07.2007

    Keiner will die Elbvertiefung

    Informationsveranstaltung von Griefahn und Ortel (SPD) in Hoopte


    Es herrschte Entschiedenheit und Einmtigkeit unter den rund 100 Gsten im Hofcaf Lscher in Winsen-Hoopte am vergangenen Donnerstag. Die SPD-Bundestagsabgeordneten Monika Griefahn (Buchholz) und Holger Ortel (Delmenhorst/Wesermarsch) hatten zur Diskussion zum Thema „Klimawandel und Kstenschutz - Elbvertiefung und Deichsicherheit“ geladen. Mit Aussicht auf die an diesem Abend friedlich vorbei flieende Elbe bekrftigten sowohl Podium als auch Zuhrer: Wir wollen keine weitere Elbvertiefung.

    Holger Ortel und Monika Griefahn kamen in ihren Ausfhrungen zgig auf die Alternative zu einer erneuten Fahrrinnenanpassung in der Elbe zu sprechen: den Ausbau des Tiefwasserhafens Wilhelmshaven. Die 230 Millionen Euro, die eine neue Elbvertiefung kosten wrde, seien in Wilhelmshaven besser angelegt. „Dort muss grer und schneller ausgebaut werden“, sagte Ortel. Eine Elbvertiefung hingegen sei „rutschmeten Geld“.

    Hauptkritikpunkt der beiden Parlamentarier war, dass der durch den Klimawandel zu erwartende Anstieg des Meeresspiegels bei den bisherigen Planungen nicht gengend bercksichtige wurde. Die Deichsicherheit sei derzeit nicht gewhrleistet, so Griefahn, die Gefahr fr Elbanwohner bei einer Sturmflut oder bei Hochwasser zu gro. Davon abgesehen stoe Hamburg frher oder spter wegen des Elbtunnels an seine Grenzen und knne sptestens die nchste Generation Containerschiffe ohnehin nicht mehr empfangen.

    Holger Ortel vor idyllischer Kulisse: „Dei Elbvertiefung is rutschmeten Geld“.

    Ortel, aber auch die beiden SPD-Landtagsabgeordneten Uwe Harden und Brigitte Somfleth, vermuteten, dass das Land Niedersachsen bis zur Landtagswahl im Januar 2008 eine zgerliche Haltung zur Elbvertiefung einnehmen werde, um im Falle eines Sieges einer weiteren Fahrrinnenanpassung doch nachzugeben. Somfleth zitierte die Landesregierung aus einer Antwort auf eine Anfrage des NABU. Darin hielt die Landesregierung die Elbvertiefung fr eine Voraussetzung fr wirtschaftliches Wachstum in Niedersachsen. Somfleth sagte, es seien noch nicht einmal die Auswirkungen der letzten Elbvertiefung von 1999 ausreichend erfasst und bilanziert. „Jetzt schon eine neue zu planen ist unverantwortlich. “

    Auf dem Podium informierten auch Vertreter des Landesbetriebs fr Wasserwirtschaft, Kste und Naturschutz (NLWKN) und des Deichverbandes Vogtei-Neuland. Auch Sie befrworteten das Anliegen, das vornehmlich die Stadt Hamburg vorantreibt, keineswegs uneingeschrnkt. Andreas Montz vom NLWKN bemngelte unter anderem, dass in den Antragsunterlagen der „ morphologische Nachlauf“ nicht umfassend genug berechnet worden sei, dass also die Auswirkungen der geplanten Elbvertiefung auf das Flieverhalten des Wassers noch genauer und lngerfristig prognostiziert werden msse.

    Ronald Oelkers vom Deichverband erklrte, dass seit der letzten Vertiefung die Deckwerke der Deiche beschdigt und Uferabbrche festgestellt worden seien. Er glaube, dass man mit baulichen Manahmen die Sicherheit der Elbanrainer gewhrleisten knne, zunchst aber mssten die vorhandenen Schden repariert werden und zwar gleich so, dass die Deiche auch den nchsten, noch hheren Tidenhub aushalten knnen.

    Aus den Meinungsuerungen der Zuhrer in der anschlieenden Diskussion sprach zumeist Sorge: Sorge um Eigentum, eigenes Leben und auch um Natur und Landwirtschaft. Es gehe auch um Lebensqualitt und darum, als Anwohner der Elbe nicht immer nur auf noch hhere Deiche „glotzen“ zu mssen. So gab es an diesem Abend keine offenen Gegenstimmen gegen das Konzept, den Tiefwasserhafen Wilhelmshaven auszubauen und gleichzeitig im Hinterland die Infrastruktur fr den Abtransport der eintreffenden Waren ber Strae, Schiene und auch Flsse zu verbessern. Fr den Hafen Hamburg bliebe immer noch genug zu tun.