Hundertprozentig positiver Fußabdruck

Von Ina Rieck, Beraterin für Nachhaltigkeitskommunikation, Berlin

Beim Cradle-to-Cradle-Kongress

„Es geht darum, die Menschen als Chance zu sehen und zu feiern!“ rief Professor Michael Braungart dem Auditorium zu. Und so kam es auch. Der erste Cradle to Cradle (C2C) Kongress am Wochenende an der Leuphana Universität in Lüneburg war ein regelrechtes Fest: ein Feuerwerk an Ideen und Inspiration, das Lust macht auf Mehr und Mut für die Zukunft. Mit dabei: Über 600 Menschen, quer durch alle Bereiche von Wissenschaft, Wirtschaft, Politik bis Kultur und Zivilgesellschaft.
Dr. Monika Griefahn, Vorsitzende des Cradle to Cradle  – Von der Wiege zur Wiege e. V., nannte den Kongress ein Meilenstein zum Ziel, dass die Vision C2C in naher Zukunft selbstverständlich ist.

Was ist C2C? Dieses radikal andere Umweltverständnis verdanken wir Professor Michael Braungart und dem amerikanischen Architekten William McDonough: Wir sollen mit der Umwelt nicht sparsamer, sondern intelligenter umgehen! Es ist die Vision einer Welt ohne Abfall. Kompostierbare T-Shirts werden zu Humus, Metalle werden unendlich oft zu Waschmaschinen. In dieser Kreislaufwirtschaft sind Menschen Nützlinge mit positivem Fußabdruck.

In einer scharfsinnigen Rede kritisierte Braungart bisherige Strategien: „Ökoeffizienz reicht nicht. Falsches effizient gemacht, wird nicht gut.“ Die erste Frage müsse deshalb sein: Was ist das Richtige? Es geht ihm um Effektivität, nicht um Effizienz: „Treppensteigen kostet fünfmal mehr Energie, als den Aufzug zu nehmen und ist dennoch sinnvoll für die Gesundheit. Auch Lippenstift ist vollkommen ineffizient, aber sehr effektiv.“
Dr. Michael Schmidt-Salomon, Philosoph und Schriftsteller, bezeichnete in seiner Keynote C2C als vierte industrielle Revolution. Seine Antwort auf Kritik, das Konzept sei weder technologisch noch gesellschaftlich umsetzbar: „Mangel an Fantasie ist nicht zu verwechseln mit Realismus.“

Der C2C Verein hatte im Vorfeld betont, der Kongress sollte keine wissenschaftliche Veranstaltung werden. Das ist gelungen: Die Fantasie der Teilnehmenden wurde genährt, praktische Anregungen gab es in den zahlreichen Vorträgen, Workshops und Diskussionen im Überfluss. C2C begegnet einem im Alltag öfter als man meint: in Sitzbezügen, Teppichen, Verpackungen, Spülmitteln – und Lippenstiften. Schönheit, Vielfalt und Qualität sind also möglich, wenn Ingenieure, Designer und Marketing anders denken und zusammenarbeiten.

Anders, positiv anders, waren auch Stimmung und Atmosphäre. Das lag daran, dass die Veranstalter vieles auch anders organisiert hatten: vegetarisches Catering, zubereitet in Zelten, wiederbefüllbare Flaschen zum Mit-Nachhause-Nehmen, „essbare“ Kongressunterlagen auf C2C-Papier und Strom, sehr effektiv über Kunst generiert. Dr. Monika Griefahn und ihr junges Team aus vielen ehrenamtlichen Helfern wurden mit minutenlangem Standing Ovation gefeiert.
Die Bilanz des ersten Cradle to Cradle Kongresses? Ein hundertprozentig positiver Fußabdruck!

Der Cradle to Cradle e.V.

Die Akteure des Cradle-to-Cradle-Kongresses.

„Weil wir es wollen“

Von Petra Reinken

Monika Griefahn, Frank Horch und die Stecker

Zugegeben, um Schiffe hatte ich mich bis vor einigen Jahren nicht besonders gekümmert. Das ist anders, seit Monika Griefahn Direktorin für Umwelt und Gesellschaft bei Aida Cruises ist und wir uns im IMUK, ihrem Institut, mit Themen rund um Kreuzfahrten, Schiffsemissionen, Energieversorgung von Schiffen oder Plastikmüll im Meer befassen. Darum war die Taufe der LNG Hybrid Barge am vergangenen Samstag im Hamburger Hafen auch für mich ein bemerkenswerter Meilenstein. Aber besser, ich erzähle von Anfang an.

In der gesamten Schifffahrt wird das Thema Emissionen inzwischen immer wichtiger, da ab 2015 strengere Emmissionsvorgaben der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO) gelten. Schiffe mit Flüssiggas fahren zu lassen, ist seit einigen Jahren in der Praxis erprobt, besonders Fähren fahren heute schon mit Flüssiggas. Die Emissionen sind damit deutlich geringer als bei einem Dieselantrieb. Aida wird die Schiffe, die nächstes und übernächstes Jahr in den Dienst gestellt werden, mit Dual-Fuel-Motoren ausstatten –also mit Motoren, die auch mit Gas angetrieben werden können. Ein reiner Gasantrieb für Kreuzfahrtschiffe ist allerdings noch Zukunftsmusik. Was aber geht, ist, das Schiff im Hafen mit Strom zu versorgen, der über Gasantrieb hergestellt wird.

Dass eine Kreuzfahrtreederei das auch tatsächlich macht, ist ein absolutes Novum – darum war es ein wirklicher Durchbruch, dass die LNG Hybrid Barge jetzt im Hamburger Hafen liegt. Sie ist das Schiff, das den großen Kreuzfahrer dort mit Strom versorgt. Vier fette Stecker sorgen dafür, dass der Strom aufs Aida-Schiff gelangt. Die AIDAsol kann dann ihre (Diesel)Motoren abschalten, und so werden Emissionen im Hafen erheblich reduziert. Denn bei der Verbrennung von Gas fallen keine Rußpartikel und keine Schwefelemissionen an. Stickoxide und CO2 werden um fast 90 beziehungsweise 20 Prozent reduziert.

Darum war die Taufe der „Hummel“ – so heißt die Barge seit Sonnabend – sicherlich für die Aida-Verantwortlichen ein großer Erfolg, besonders aber für die Konstrukteure von Becker Marine Systems (BMS). Mich hat das auch beeindruckt: BMS hat 16 Millionen Euro in ein Projekt gesteckt, das noch keine Vorbilder hatte. Ich fand gut, was BMS-Chef Lehmann zu den Beweggründen gesagt hat, so ein wirtschaftliches Wagnis einzugehen: „Normalerweise antworte ich auf die Frage, warum wir etwas tun, immer: Weil wir es können. Dieses Mal habe ich gesagt: Weil wir es wollen.“

Den Verdacht hatte ich ja schon lange: Wo ein Wille ist, ist immer auch ein Weg.

Monika Griefahn erhält den B.A.U.M.-Umweltpreis 2014

Vom Blog-Team

Verleihung B.A.U.M.-Umweltpreis 2014

Zusammen mit Aida-Präsident Michael Ungerer hat Monika Griefahn jetzt den B.A.U.M.-Umweltpreis 2014 in der Kategorie „Großunternehmen“ erhalten. Monika Griefahn nimmt für das Kreuzfahrtunternehmen die Funktion Direktorin für Umwelt und Gesellschaft wahr.

„Mit unserem Preis zeichnen wir diejenigen aus, die den Spagat zwischen Ökonomie und Ökologie meistern. Sie schlagen dank ihres Engagements eine heute immer tragfähigere Brücke zwischen Umwelt und Wirtschaft. So wachsen beide nachhaltig zusammen. Dabei würdigen wir in erster Linie die Macher aber zugleich die Institutionen, in denen sie wirken können“, so Prof. Dr. Maximilian Gege, B.A.U.M.‐Mitbegründer und Vorsitzender.

Monika Griefahn sagte: „Den B.A.U.M.-Umweltpreis zu bekommen, ist eine große Freude für mich. Er ist Anerkennung und Motivation zugleich, mit derselben Energie und Leidenschaft weiter zu machen.“

Griefahns Werdegang begann ebenfalls auf dem Meer – mit dem Schlauchboot war sie in den 1980er Jahren unter den Greenpeace-Aktivisten, die sich gegen die Dünnsäureverklappung in der Nordsee einsetzten. Dass sie heute für ein Kreuzfahrtunternehmen arbeitet, empfindet sie weniger als einen Seitenwechsel als vielmehr die Weiterentwicklung ihres Engagements für eine saubere Umwelt. „Aida ist ein sehr konstruktiver Auftraggeber. Wir haben in den zwei Jahren, in denen ich die Entwicklung dort begleite, vieles erreicht. Das beginnt mit vermeintlich kleinen Dingen wie umweltfreundlichen Büromaterialien und geht bis zu den großen Durchbrüchen bei der Filtertechnologie und der Verringerung der schädlichen Emissionen.“ Was ihr aber besonders wichtig sei, und was sich bei Aida mehr und mehr bemerkbar mache, sei ein Umdenken bei den Mitarbeitern. Immer mehr würden für das Thema sensibler, machten eigene Vorschläge für Verbesserungen und begännen, nachhaltiges Denken zu leben. Das sei eine gute Erfahrung.

„Alternativer Nobelpreis“: Edward Snowden erhält Auszeichnung

Von Monika Griefahn

Edward Snowden ( Foto: The Guardian)

Foto: The Guardian

Als Jury-Mitglied und Co-Vorsitzende der Right Livelihood Award Foundation ist es mir eine Ehre, auch hier in meinem Blog verkünden zu können, wer in diesem Jahr unsere Auszeichnung erhalten wird. Der „Alternative Nobelpreis“ belohnt Einsatz für Menschenrechte, Pressefreiheit, bürgerliche Freiheiten und Kampf gegen den Klimawandel.

2014 geht der nicht dotierte Ehrenpreis an Edward Snowden (USA), „weil er mit Mut und Kompetenz das beispiellose Ausmaß staatlicher Überwachung enthüllt hat, die grundlegende demokratische Prozesse und verfassungsmäßige Rechte verletzt“, und an Alan Rusbridger (Großbritannien) „für den Aufbau einer globalen Medienorganisation, die sich verantwortlichem Journalismus im öffentlichen Interesse verschrieben hat und gegen große Widerstände illegales Handeln von Unternehmen und Staaten enthüllt“. Zwar ist der Ehrenpreis nicht mit einem Preisgeld verbunden, aber wir als Stiftung haben vor, Rechtskosten für Edward Snowden zu finanzieren.

Drei Preisträger teilen sich das Preisgeld in Höhe von 1,5 Millionen Schwedischen Kronen (ca. 162.000 EUR): Wir haben Asma Jahangir (Pakistan) ausgezeichnet, „weil sie die Menschenrechte in Pakistan und darüber hinaus verteidigt, schützt und stärkt – oft in sehr schwierigen und komplexen Situationen und unter großem persönlichen Risiko“. Es ist das erste Mal, dass ein Right Livelihood Award nach Pakistan geht.

Die Jury ehrte weiterhin Basil Fernando und die Asian Human Rights Commission (Hongkong/China) „für die unermüdliche und herausragende Arbeit für die Umsetzung der Menschenrechte in Asien und deren Dokumentation“.

Auch Bill McKibben (USA) hat uns beeindruckt mit seinem Engagement. Er erhält den Preis „für die erfolgreiche Mobilisierung einer wachsenden zivilgesellschaftlichen Bewegung für weitreichende Maßnahmen gegen den Klimawandel in den Vereinigten Staaten und weltweit“.

Die Verkündung der Preisträger war für den 25. September im Pressezentrum des schwedischen Außenministeriums geplant, wo diese seit 1995 stattgefunden hat. Die Pressekonferenz wurde aber vom schwedischen Außenministerium in diesem Jahr abgesagt. Die Stiftung hat daher entschieden, die Nachricht schon einen Tag vorher über ihre Website und über Nachrichtenagenturen zu verbreiten.

Zur Internetseite der Right Livelihood Foundation.

Appell der Umweltpreisträger!

Von Monika Griefahn

160 Gewinner von Umweltpreisen aus verschiedenen Ländern haben einen eindringlichen Appell an alle Stiftungen und Menschenfreunde der Welt gerichtet, mit ihrem Geld die Maßnahmen zu unterstützen, die zur Rettung der Zivilisation beitragen. Angesichts der Erderwärmung, angesichts der Gefahr, sich aufgrund von Umweltkatastrophen nicht mehr mit Nahrung versorgen zu können, angesichts des Eindrucks, dass Regierungen nicht ihre ganze Kraft gegen den Treibhauseffekt einsetzen, angesichts all dessen möchten die Umweltpreisträger ein Zeichen setzen und weitere Gelder für den Schutz des Klimas generieren. Der Appell wurde mit einer durch Crowd-Funding finanzierten Anzeige in der New York Times verbreitet und maßgeblich über die European Environment Foundation vorbereitet.

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Was schafft Kultur? Gute Gespräche bei Buchvorstellung im WBH

Von Monika Griefahn

(v.l.) Monika Griefahn, Edda Rydzy, Klaus-Jürgen Scherer und Karin Seidel

Mal ganz abgesehen davon, dass Edda Rydzy und ich unser gemeinsames Buch „Natürlich wachsen“ vorgestellt haben und es danach noch tolle Gespräche gab, empfand ich den Abend im Willy-Brandt-Haus auch aus anderer Sicht sehr gelungen. Klaus-Jürgen Scherer vom Kulturforum der Sozialdemokratie hat eine tiefgründige Einleitung zu unserem Buch gegeben, und Karin Seidel von der Buchhandlung im Willy-Brandt-Haus hatte einen wunderbaren Rahmen für die Buchvorstellung organisiert. Wir haben in der „vorwärts“-Buchhandlung „gelesen“, und das gab mir Gelegenheit, nach „getaner Arbeit“ einmal selbst in aller Ruhe wieder nach schönen Büchern zu stöbern. Es gibt doch kaum etwas Inspirierenderes als das!

Schön war, in den Gesprächen über unser Buch zu spüren, dass wir, Edda Rydzy und ich, ebenfalls inspirieren konnten. Unsere Grundfrage lautet: Was können Kultur und Kulturpolitik leisten, um zu helfen, große gesellschaftliche Herausforderungen unserer Zeit zu lösen? Die existenzielle Herausforderung dieser Zeit ist unserer Meinung nach, wie Menschen mit den limitierten „Ressourcen“ umgehen  können.

Wo und wie kann Kultur und Kulturpolitik einen Unterschied machen, wenn es um Wachstum und den Umgang mit Ressourcen geht?

Wachstum existiert immer. Auch, wenn wir uns vornähmen, in Europa als Menschen nicht mehr zu existieren, gäbe es weiterhin Wachstum: von Bäumen, von den Menschen weltweit, ….. Wir können von der Natur lernen: Sie kennt keinen Abfall. Wir müssen Nährstoffe (also Materialien ) so einsetzen, dass sie entweder biologisch abbaubar sind, also neue Erde bilden, oder in technische Kreisläufe zurückgeführt werden können, also neue Produkte werden. Kultur und Kulturpolitik verkörpern die Gestaltungsmöglichkeiten des Menschen, sie sind gefragt. Sie unterscheiden uns Menschen von den anderen Lebewesen!

Als realistischen Weg einer intelligenten Produktions- und Stoffpolitik haben wir das „Cradle to Cradle“-Prinzip vorgestellt. Es beschreibt eine Welt, in der das Konzept „Abfall“ nicht mehr existiert und Ressourcen nicht mehr verbraucht, sondern gebraucht werden. Menschen sind Teil der Natur. Sie können als kulturelle Wesen Produkte und Produktionsprozesse neu gestalten. Kultur und Kulturpolitik sollten dabei das Leitmotiv „Nachhaltigkeit“ neu definieren, und zwar auf der Seite des gestaltenden, positiven Prozesses. Effizienz alleine reicht nicht. Dann könnten wir auch eine Tablette zur Ernährung nutzen, statt aus der Vielfalt der Lebensmittel zur wählen. Die ästhetische und musische Bildung im frühkindlichen Alter hat nachweislich Einfluss auf die Hirnentwicklung, kann somit grundlegende Kompetenzen und Verhaltensweisen, insbesondere die Kreativität, prägen. Und die Kreativität ist notwendig, um Ingenieure, Designer und Entwickler zu gemeinsamen konstruktiven Lösungen zu bewegen!

Abgeordnete Svenja Stadler setzt „Gesicht zeigen!“ im Landkreis Harburg fort

Von Monika Griefahn

Monika Griefahn und Svenja Stadler über den Dächern von Buchholz.

Seit der letzten Wahl hat der Landkreis Harburg wieder eine SPD-Abgeordnete im Bundestag: Svenja Stadler. Meine Nachfolgerin besuchte mich jetzt in meinem Büro in Buchholz – auch, um sich über meine langjährige Arbeit für den Aktionskreis „Gesicht zeigen! im Landkreis Harburg“ zu informieren. Svenja Stadler will diese wichtige Arbeit fortführen!

Der Aktionskreis „Gesicht zeigen! im Landkreis Harburg“ ist 2001 von mir mit gegründet worden, weil es offene rechtsextremistische Aktionen – Geburtstagsfeiern, Demonstrationen – in der Region gab, gegen die ich mich gemeinsam mit einem breiten bürgerschaftlichen Bündnis zur Wehr setzen wollte. Wir haben seinerzeit einen Unterstützerkreis von rund 150 Menschen aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft zusammengestellt, die alle das Ziel verfolgten, sich gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus und für Toleranz und Freiheit einzusetzen. Eingebettet war der lokale Aktionskreis in die bundesweite Initiative „Gesicht zeigen!“.

Bis 2009 haben wir Lesungen veranstaltet, Zeitzeugengespräche in Schulen organisiert, an Demonstrationen teilgenommen und helfen bis heute auch finanziell. Zum Beispiel konnten wir Schulen, die den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ bekommen haben, mit kleinen, aber hilfreichen Beträgen unterstützen. Super, dass Svenja das Thema aufgreift.

Auch sonst war der Besuch sehr angenehm: Wir haben unsere Anfänge im Bundestag verglichen und einige Übereinstimmungen festgestellt: die Schwierigkeiten, sich zurechtzufinden, die Befindlichkeiten der Fraktionen, die Aufregung vor der ersten Rede im Parlament. Ich wünsche Svenja Stadler viel Erfolg für ihre Arbeit im Bundestag. Die Lage auf der Welt und die großen nationalen Themen zeigen: Es gibt viel zu tun, und wir brauchen engagierte Leute, die Entscheidungen vorantreiben und durchsetzen können. Schön zu wissen, dass der Landkreis Harburg für die SPD wieder genauso eine Persönlichkeit nach Berlin geschickt hat!

Im Sinne der Nachhaltigkeit: Spenden statt wegwerfen!

Von Dr. Juliane Kronen und Svenja König, innatura gGmbH, Foto: Karin Desmarowitz

innatura - Sachspendenvermittlung fŸr soziale Zwecke

Haben Sie sich auch schon einmal gefragt, was eigentlich mit all den Waren passiert, die aufgrund von Fehletikettierung, Überproduktion oder ausgelaufenen Sonderaktionen aus dem Sortiment genommen werden oder gar nicht erst in den Verkauf gelangen? Die Antwort auf diese Frage ist leider so einfach wie erschreckend: Der Großteil dieser absolut neuen und unversehrten Produkte wird vernichtet. Es bedarf keiner langen Überlegungen, um sich vorzustellen, wo überall diese Waren dringend benötigt werden würden – von der umweltpolitischen Problematik mal ganz zu schweigen. Ökologische wie wirtschaftliche und soziale Nachhaltigkeit sieht anders aus.

Genau dieser Umstand brachte uns auf die Idee zur Gründung von innatura. Die innatura ist eine gemeinnützige GmbH, die eine Plattform für die Vermittlung fabrikneuer Sachspenden an gemeinnützige Organisationen und Einrichtungen betreibt – die Grundidee: “Spenden statt wegwerfen”.

Die Herstellerfirmen spenden die fraglichen Produkte an innatura, die die notwendigen Lagerkapazitäten hat und zudem sicherstellt, dass die Ware nicht auf dem Schwarzmarkt landet, sondern ausschließlich einem guten Zweck zugeführt wird. Für eine Vermittlungsgebühr, die nur einen Bruchteil des regulären Marktpreises ausmacht, können soziale Einrichtungen die benötigten Produkte bei innatura bekommen (das sind u.a. Wasch- und Reinigungsmittel sowie Hygieneartikel, Spielzeug und Kleidung).

Von dem Konzept profitieren also neben den Herstellerfirmen, die so ihre soziale Verantwortung wahrnehmen und steigern können sowie etwas für die Erreichung ihrer Umwelt- und Nachhaltigkeitsziele tun, vor allem auch die gemeinnützigen Organisationen!

Natürlich steht hier zunächst ganz profan der Aspekt des Geldsparens im Vordergrund. Weiter gedacht bedeutet diese Tatsache aber, dass das gesparte Geld nicht mehr für Verwaltungs- und Betriebskosten aufgewendet werden muss, sondern für die eigentlichen Aufgaben der Organisation „frei“ wird. Direkt gesagt: Wenn ein Kinderheim für 10 Großpackungen Markenwaschmittel nicht mehr 170 Euro, sondern nur noch knapp 40 Euro bezahlt, bleiben 130 Euro, die in Freizeit- und Therapieangebote oder Geburtstagsgeschenke für die Kinder investiert werden können.

Jede gemeinnützige Organisation, die eine entsprechende Freistellung vom Finanzamt nachweist, kann von innatura profitieren. Hierzu muss sie sich lediglich unter http://www.innatura.org/shop/registrierung/ registrieren. Die Anmeldung ist kostenlos und unverbindlich. Mittels eines Online-Katalogs können die Organisationen Produkte aussuchen und bestellen, was sie benötigen – es gibt weder einen Mindestbestellwert noch eine Verpflichtung zu regelmäßiger Abnahme von Waren.

www.innatura.org
www.facebook.com/innatura

Let’s make Music as Friends (Leonard Bernstein)

Von Monika Griefahn

Let's make music as friends

Die Waffen ruhen nicht. Im Nordirak, in Gaza und Israel. In der Ukraine sterben sinnlos Kinder, Frauen, Männer. Warum ist dort kein Dialog möglich? Warum gibt es keine Verständigungsmöglichkeiten? Und darüber hinaus entwickeln demokratisch gewählte Staatsoberhäupter wie Putin oder Erdogan immer autoritärere Züge.

Könnte es nicht alles einfacher sein? Es gibt doch gute Vorbilder! Nelson Mandela hat zur Versöhnung aufgerufen und dafür die Wahrheits- und Versöhnungskommission eingerichtet. Künstler haben immer wieder beispielhafte Initiativen gestartet, das Miteinander zu lernen. Wie zum Beispiel Daniel Barenboim mit dem West-Eastern Divan Orchestra, in dem junge Musiker aus Palästina und Israel, aber auch aus Ägypten, Syrien, dem Iran und dem Libanon, aus Jordanien, Tunesien und Andalusien zusammen Musik machen. Oder auch Justus Frantz mit seiner Philharmonie der Nationen ist zu nennen. Begründer einer Kultur – und zwar im Sinne von praktizierter Kultur – der Versöhnung und Verständigung hier in Deutschland war aber Leonard Bernstein mit der Orchesterakademie auf dem Schleswig-Holstein-Musikfestival im Jahre 1987, an dem auch Yehudi Menuhin intensiv mitwirkte. Und diese Idee lebt bis heute fort!

Auf der Nord-Art

Ich durfte es in Rendsburg gerade selbst erleben, wie 120 junge Musiker aus 34 Ländern, alle unter 26 Jahren, bravourös die 5. Sinfonie von Gustav Mahler meisterten, obwohl sie sich fünf Wochen zuvor noch nicht einmal gekannt hatten. Sie verständigten sich unter der klugen Anleitung von Pedro Halffter.

Mich bewegt jedes Mal, wenn ich eines der internationalen Jugendorchester erlebe. Und ich denke: Können wir das Miteinander nicht überall schaffen?

Was dort auf der Bühne geschieht in Sachen Verständigung und Kultur, geht über das bloße Konzert hinaus! Zeitgenössische Künstler aus China, den Baltischen Staaten, Deutschland, Mexiko, Polen, Südkorea und und und sind auch in der Büdelsdorfer Carlshütte auf der Nord-Art zu sehen. Die Ausstellung zeigt seit schon seit 1999 in den Sommermonaten zeitgenössische Kunst. Mehr als 200 Künstler aus aller Welt präsentieren ihre Bilder, Fotografien, Videos, Skulpturen und Installationen. Die Nord-Art läuft noch bis zum 12. Oktober und ist absolut empfehlenswert.

Nord-Art

Monika Griefahn im TV: Lust auf Konsum! Schnäppchen erlaubt?

Sonntag, 10. August 2014, in Sat.1 Weck up

Aufzeichnung der Weck-Up-Sendung “Lust auf Konsum! Schnäppchen erlaubt?” mit diesem Thema weckt der Fernsehsender Sat.1 am Sonntag, dem 10. August, ab 8 Uhr seine Zuschauer auf. Mit dabei: Monika Griefahn. Sie diskutiert mit Thomas Tanklay, dem TV-„Schnäppchen-König“, und dem Journalisten und Autoren Caspar Dohmen über Konsum, das Wegwerfen und Wiederverwenden und natürlich über Cradle to Cradle.

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