Klare Worte von SPD-Urgestein Eppler

Von Monika Griefahn

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Es war ein intensiver Abend, und ich danke dem Arbeitskreis der Christinnen und Christen in der SPD, dass sie ihn während des Deutschen Evangelischen Kirchentages organisiert haben. Sehr persönlich sprachen Familienministerin Manuela Schwesig, Außenminister Frank-Walter Steinmeier und der ehemalige Entwicklungshilfeminister Erhard Eppler über ihre Eindrücke beim Kirchentag und über den Zustand der Gesellschaft und der Welt.

Ein besonderes Erlebnis für mich war es, Erhard Eppler nach langer Zeit einmal wiederzutreffen. Er ist der Vordenker in der SPD in Sachen Umweltpolitik, er musste Willy Brandt und Helmut Schmidt erst darauf bringen, dass Umweltschutz und Entwicklungshilfe wichtige Aufgaben von Politik sind. Er prägte auf einer IG-Metall-Tagung den Begriff des qualitativen Wachstums (heute spricht die IG-Metall-Vorstandsfrau Christiane Benner von der Kampagne „Besser statt billiger“!) Eppler hat als einer der ersten in der SPD erkannt, wie gefährlich die Nutzung der Atomenergie ist. Er ist inzwischen 88 Jahre alt.

Erhard Eppler wurde auf dem – wie er sagte „seinem letzten“ – Kirchentag sehr deutlich in seiner Kritik an der gegenwärtigen Biedermeierpolitik der Bundeskanzlerin. Scheinbar gehe es uns gut und wir lehnten uns bräsig zurück. Aber der Konflikt mit Russland sei nicht durch Ausgrenzung, sondern nur durch Dialog zu lösen, forderte er. Russland, China, Indien und Brasilien gehörten mit an den Tisch, und wir würden übersehen, dass gerade in China zurzeit das größte Programm der Welt für erneuerbare Energien laufe. Ausruhen ginge nicht, meinte Eppler, und die Konflikte lösten wir sicher nicht durch Abschottung. „Dafür müssen wir noch viel tun!“

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