Als die Cradle to Cradle NGO im Jahr 2018 ihr Reallabor in der Landsberger Allee in Berlin eröffnete, war zuvor eine alte Apotheke im Plattenbau komplett entkernt und nach C2C-Kriterien saniert worden. Dieser Standort wurde jetzt noch einmal erweitert – mit genau der gleichen Tatkraft. Ab sofort steht im Community Hub Platz zur Verfügung für Menschen, die Zukunft gestalten wollen.

Es geht um Netzwerkarbeit, ums Ideen schmieden, um Kooperationen über Branchen und Sektoren hinweg. Die Cradler haben nun 500 Quadratmeter, um in jedem Raum zu zeigen, was inzwischen mit echter, holistischer Kreislaufwirtschaft möglich ist. Und diese Räume waren zum Frühlingsempfang Mitte März gut gefüllt mit rund 200 Gästen und Wegbegleitern aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft. Die Stimmung: positiv und begeisternd – ganz so, wie es das Cradle-to-Cradle-Prinzip vorsieht.
MEHR ALS 100 UNTERNEHMEN BETEILIGT
Zu feiern gab es unter anderem, dass nun mehr als 100 Firmen im Reallabor und im Community Hub zeigen, was in Sachen echter Kreislaufwirtschaft nach C2C möglich ist. Man sieht es an den Wandgestaltungen, an den offen gelassenen Bereichen, die den Bodenaufbau visualisieren, an den Möbeln, an den über Putz gelegten Leitungen, an den Grünpflanzenelementen – ja selbst an den Produktbeispielen im Bad: Hier denken Unternehmen nicht im Mainstream. Hier versuchen sie stattdessen, durch kreislauffähige Produkte gesunde Raumluft zu schaffen und für Wiederverwertbarkeit nach dem Ende der Nutzungsphase zu sorgen. NGO-Co-Geschäftsführerin Nora Griefahn sagte, es sei wichtig, mit C2C eine positive Agenda zu setzen und zu zeigen, dass ein Wandel auch positiv gestaltet werden könne.
AUCH POLITIK SCHÄTZT C2C
Inzwischen zeigt sich, dass nicht nur zahlreiche Unternehmen längst die Zeichen der Zeit erkannt haben, sondern dass auch die Politik als Rahmengeber für jegliche Art von gesellschaftlichem Wandel, überzeugt ist. Zumindest war mit Ute Bonde, Umweltsenatorin des Landes Berlin, eine Rednerin beim Frühjahrsemfang dabei, die die Arbeit der NGO schätzt. Sie zeigte auf, dass in Berlin die Kreislaufwirtschaft ein zentraler Hebel sei für eine klimaachtende und zukunftsfähige Wirtschaft und für eine hohe Lebensqualität in den Kiezen. Weniger Müll im Alltag, sauberere Luft, neue Jobs und Reparaturangebote seien positive Folgen einer so ausgerichteten Politik. „Entscheidend ist auch, wie wir bauen“, so die Senatorin. Zur C2C NGO sagte sie: Das Reallabor und der Community Hub „spielen in diesem Prozess eine wichtige Rolle, sie sind Werkstatt für die Transformation. Wir schätzen C2C als konstruktiven Partner im Umsetzungsprozess und auch dabei, wie wir die Bürger:innen erreichen können.“
Auch die zweite Rednerin aus der Politik betonte, wie wichtig Kreislaufwirtschaft sei. Antje von Broock, Leiterin der Abteilung für Kreislaufwirtschaft, Immissionsschutz und Chemikaliensicherheit im Bundesumweltministerium, informierte über das Aktionsprogramm Kreislaufwirtschaft, mit dem die Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS) umgesetzt wird. Darin wird eine Vernetzungsplattform ins Leben gerufen, um das Thema auf allen Ebenen voranzubringen. Auch sie sprach von der öffentlichen Beschaffung als wichtigen Hebel für eine Transformation hin zur Kreislaufwirtschaft. Sie sagte, dass öffentliche Beschaffung natürlich auch in den Ländern und Kommunen stattfände, und dass man dort teils weiter sei als im Bund.
Die Gäste des Frühjahrsempfangs nutzten den Abend für genau das, wofür der Community Hub da sein soll: Sie vernetzten sich, tauschen Informationen und Visitenkarten aus, hörten zu und gaben Auskunft. Viele der Firmen, die an der Sanierung beteiligt waren, stellten sich dem Publikum in Kurzinterviews vor – aber vieles fand auch in Zweier- und Gruppengesprächen statt. So kann es weitergehen!
Wer Workshop, Panel, Get-together, Strategie-Meeting, Netzwerkabend oder Unternehmensveranstaltung in Berlin organisieren will, kann den Community Hub nutzen.
Wer sich vom C2C inspirieren lassen will, kommt zum nächsten Cradle to Cradle Kongress am 17. und 18.9.2026 in die TU Berlin.

Monika Griefahn GmbH
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